In einer Zeit, in der Textgeneratoren und delegierte Schreibprozesse unseren Alltag zunehmend bestimmen, bleibt die Handschrift etwas Persönliches. Sie verbindet sprachlichen Ausdruck unmittelbar mit dem Körper. Im manuellen Schreiben tritt etwas Direktes und Charakteristisches hervor. In der Handschriftwerkstatt wird die eigene Handschrift zum gestalterischen Material. Wir experimentieren mit Buchstaben, Zeichen und Ordnungen, reflektieren Routinen der eigenen Handschrift und erkunden ihren Duktus, Rhythmus und ihre Wirkung. Wie verändert sich eine Botschaft durch Schreibweise, Tempo und Anordnung? Welche Möglichkeiten bietet die Verbindung der Hand mit dargestellter Sprache?
Dabei variieren und erweitern wir das Formenvokabular der Handschrift und präzisieren ihre Tonalität und Wirkung. Im zweiten Teil wenden wir die gewonnenen Formen auf konkrete Anwendungen an und entwickeln zwei handschriftliche Gestaltungslösungen: ein Plakat und eine Buchcoverserie.
Der Baustein lädt dazu ein, die eigene Handschrift neu zu entdecken und sie als eigenständiges gestalterisches Ausdrucksmittel einzusetzen.