Creative Economies Forum 2026
How to prepare for the next decade? The Future of Creative Entrepreneurship
Das Creative Economies Forum 2026 an der Zürcher Hochschule der Künste bringt kreative Unternehmer:innen, Förderinstitutionen, Forschende und Innovator:innen aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus zu einem eintägigen Austausch zusammen.
Aufbauend auf zehn Jahren Erfahrung des Z-Kubators in der Unterstützung unternehmerischer Laufbahnen in Kunst und Design verfolgt das Forum das Ziel, neue Kompetenzen, innovative Geschäftsmodelle und zukunftsorientierte Strategien für die Gestaltung des nächsten Jahrzehnts und die nächste Generation zu erkunden.
Vernetze dich mit Gleichgesinnten, erweitere dein Netzwerk und bringe deine eigenen Erfahrungen ein. Werde Teil des Gesprächs und gestalte mit, was als nächstes für die Creative Economies wichtig wird.
Programme
Friday, 11 September 2026, 9am - 5pm, Toni Areal
Room: Hörsaal 1, free entry
09:00 - 09:30 | Arrival Coffee & Check-in
09:30 - 09:40 | Official Welcome | Room: Hörsaal 1
Prof. Christoph Weckerle, Director Zurich Centre for Creative Economies
09:40 - 09:50 | Programme Overview
Yves Burgener, Programme Manager Z-Kubator
09:50 - 10:00 | Creative Economies Data Update
Roman Page, Research Fellow, ZCCE
10:00 - 10:50 | Keynote #1: Re/Wire:
Why the Creative Industries and the Cultural Sector need to be linked with the Economy and Society
Dr. Stephan Sigrist, Founder and Head of W.I.R.E., Zurich
10:50 - 11:15 | Coffee break
11:15 - 12:00 | Keynote #2: MISSION POSSIBLE - Between Cultural Mandate and Market Success
Reta Guetg, Festival Director & Co-Owner of Zurich Film Festival (ZFF)
12:00 - 13:00 | Lunch Break
13:00 - 13:30 | Keynote #3: The Curiosity Juncture:
Harnessing Intersecting Connections for Distinctive Creativity
Richie Manu, Programme Director, Creative Enterprise, Central Saint Martins, London
13:30 - 13:35 | Intro Z-Kubator Inputs
Philipp Kotsopoulos, Head of Z-Kubator
13:35 - 13:45 | The first 10 Years: Entrepreneurship, Careers and Innovation at the Intersection of Art, Design and Business 2016 - 2026
Claudio Bucher, Research Fellow, ZCCE & Z-Kubator
13:45 - 14:15 | Pitch Session & Panel
Participants of the Z-Kubator’s incubator programme "What’s next_Project" present their projects
Kymu by Stepan Vedunov & Elia Salerno
Touriski by Anja Fritschi & Tara Jenkins
Digital Organ Works Catalogue by Nina Roth
Reiz Jewelry by Anja Hügli
Staubsauger by Nathanael Boell
Host: Yves Burgener
14:15 - 14:25 | Reflections & Learnings from 10 Years of Z-Kubator
Itay Blaish, Designer & Curator, Z-Kubator
14:25 - 15:00 | Coffee Break
15:00 - 16:00 | Workshop Sessions | Room change
_Session #1, Room 4.T33: In-Depth Panel Session
Hosted by Dr. Stephan Sigrist, W.I.R.E., Zurich
_Session #2, Room 4.T09: MISSION POSSIBLE - Bridging Cultural Purpose and Entrepreneurship (ZFF)
Hosted by Reta Guetg, Zurich Film Festival (ZFF)
_Session #3, Room 4.T37: Exploring the Curiosity Bandwidth
Hosted by Richie Manu, Central Saint Martins, London
_Session #4, Room 4.T06: ZHdK Connect: Your Project - Our Talents! Explore this new skill matching platform.
Hosted by Dr. Marc Burkhalter, Co-Founder of scrambl; Dr. Katrin Stowasser Head of Transfer, ZCCE
16:00 - 16:10 | Room change | Hörsaal 1
16:10 - 16:30 | Wrap up and takeaways
Prof. Dr. Simon Grand, Permanent Research Fellow, ZCCE, and Associate Professor of Strategic Management and Management Innovation, Swiss Institute of Small Business and Entrepreneurship, University of St. Gallen HSG
16.30 - 16.40 | Closing remarks
Prof. Christoph Weckerle, Director Zurich Centre for Creative Economies
16:40 - 19:00 | Apéro
Organisation: Philipp Kotsopoulos, Yves Burgener und Dr. Katrin Stowasser
Speaker
Dr. Stephan Sigrist (W.I.R.E., Zürich)
Dr. Stephan Sigrist (Dr. sc. ETH Zürich) ist Gründer & Leiter von W.I.R.E., einem unabhängigen Think Tank, der seit 2007 die Gestaltung der Zukunft in der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kuratiert. Als interdisziplinärer Stratege und gefragter Keynote Speaker analysiert Sigrist neue Entwicklungen, Trends und Technologien und unterstützt Entscheidungsträger:innen bei zukunftsorientierten Strategien, mit besonderem Blick auf die Verknüpfung von Transformationen in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.
Talk am CEF26: Re/Wire — Why the Creative Industries and the Cultural Sector need to be linked with the Economy and Society
Reta Guetg, (ZFF)
Reta Guetg ist Mitbesitzerin und Festival Direktorin des ZFF. In dieser Funktion verantwortet sie alle künstlerischen Belange, u.a. Programm, Brachenangebote und Gäste. Guetg hat einen akademischen Hintergrund in Filmwissenschaft und Publizistik, ist Mitbegründerin des internationalen Kurzfilmfestivals shnit und hat langjährige Erfahrung als Vorstandsmitglied verschiedener Branchenverbänden in Film und Kino. Sie hat das ZFF in den vergangenen 10 Jahren massgeblich geprägt.
Richie Manu (Central Saint Martins, London)
Richie Manu ist Programme Director, Creative Enterprise am Central Saint Martins (University of the Arts London), wo er kreative Praxis, Unternehmertum und Leadership-Entwicklung verbindet. Als Designer, Brand Developer, TEDx Speaker und Autor des Bestsellers YOU:Rebranded begleitet Richie Manu Kreative, Start-ups und Organisationen dabei, sich klar zu positionieren, strategisch zu wachsen und sich in kompetitiven Feldern zu differenzieren.
Talk am CEF26: The Curiosity Juncture — Harnessing Intersecting Connections for Distinctive Creative Leadership
Summary
How to prepare for the next decade? The Future of Creative Entrepreneurship
Das Creative Economies Forum 2026 stand im Zeichen von 10 Jahren Z-Kubator und rückte damit das Thema Creative Entrepreneurship ins Zentrum. Seit zehn Jahren begleitet der Z-Kubator Studierende und Alumni der ZHdK dabei, aus künstlerischen und kreativen Ideen eigenständige Projekte, Angebote und unternehmerische Vorhaben zu entwickeln.
Vor diesem Hintergrund stellte das Forum die übergeordnete Frage: How to prepare for the next decade? Drei Keynotes und Workshops näherten sich ihr aus unterschiedlichen Perspektiven und das Wrap-up rundete dies noch ab. Im Zentrum standen brennende Fragen, wie wir mit wachsender Komplexität umgehen, wie kulturelle Organisationen handlungsfähig bleiben und welche Fähigkeiten Menschen benötigen, wenn Karrieren, Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen immer weniger vorhersehbar verlaufen.
Die folgenden Gedanken fassen zentrale Positionen und Diskussionen des Forums zusammen und stellen keine eingenständige Positionierung des ZCCE dar.
Drei Keynotes zur Inspiration
Verbindungen schaffen, wo Silos entstanden sind
Dr. Stephan Sigrist (Head of W.I.R.E) beschrieb eine Welt, in der „Entropy“ zunehmend zur Normalität wird: immer mehr Möglichkeiten, mehr Informationen und mehr Komplexität – zugleich aber auch grössere Unsicherheit und kurzfristige Orientierung. Spezialisierung habe Wirtschaft, Wissenschaft, Politik sowie Kunst und Kultur leistungsfähiger gemacht, aber auch “Silos” entstehen lassen.
Als mögliche Rolle der Creative Economies hob er deshalb hervor, gerade dort Verbindungen zwischen einzelnen Bereichen herzustellen, die häufig getrennt arbeiten. Künstlerische Prozesse könnten dabei abstrakte technologische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklungen erfahrbar machen und sie mit Fragen nach Lebensqualität, Werten und menschlichen Bedürfnissen verbinden.
Gerade im Kontext künstlicher Intelligenz wurde die Bedeutung realer Erfahrungen betont. Innovation entstehe nicht allein aus Techlologien und vorhandenen Daten, sondern gerade auch dort, wo Menschen etablierte Annahmen und gewohnte Denkmuster verlassen, experimentieren und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen. Als mögliche Rolle der Künste wurde dabei hervorgehoben, Lebenswelten zu entwerfen und erfahrbar zu machen, bevor sie Realität werden.
Purpose und unternehmerische Handlungsfähigkeit
Reta Guetg (Festival Director & Co-Ownder ZFF) zeigte am Beispiel des Zürich Film Festival, wie kultureller Anspruch und unternehmerische Führung zusammenspielen können. Das Festival verbindet internationale Sichtbarkeit eng mit Nachwuchsförderung und dem Schweizer Filmschaffen sowie Networking zwischen Talenten, Branche, Partnern und Publikum.
Im Zentrum stand der Wechsel des Festivals hin zu einer eigentümergeführten Struktur. Der kulturelle Kern habe sich dadurch nicht verändert, wohl aber die Handlungsfähigkeit: kürzere Entscheidungswege, mehr Agilität, flexiblere Partnerschaften und eine grössere Risikobereitschaft.
Damit wurde die These vertreten, dass unternehmerische Eigenständigkeit im Kulturbereich nicht zwingend zu einer stärkeren Kommerzialisierung führen muss. Sie kann vielmehr zusätzliche Spielräume schaffen, um den eigenen kulturellen Purpose zu verfolgen. Creative Entrepreneurship wurde in diesem Sinne nicht einfach als kommerzieller Ansatz verstanden, sondern als eine Möglichkeit, jene organisatorischen Freiräume zu schaffen, die es braucht, um einen kulturellen Purpose verfolgen zu können.
Curiosity und Orientierung
Richie Manu (Programme Director Creative Enterprise) von Central Saint Martins, London rückte Curiosity ins Zentrum. Wenn Karrieren zunehmend nicht mehr geradlinig verlaufen, gewinnen neben fachlichem Wissen und analythischem Denken (Nummer 1 der WEF Future Skills) gerade auch Offenheit, Zusammenarbeit, lebenslanges Lernen und die Fähigkeit an Bedeutung, Verbindungen zwischen unterschiedlichen Wissensfeldern zu erkennen und zu nutzen.
Das Konzept der „Curiosity Bandwidth“ beschreibt, wie Interesse vom eigenen Fachgebiet in angrenzende und schliesslich ganz neue Bereiche erweitert werden kann. Gerade dort könnten unerwartete Erkenntnisse und neue Tätigkeitsfelder entstehen. Kreativität wurde dabei weniger als einzelne Fähigkeit denn als Haltung verstanden. Sie brauche Räume, in denen ausprobiert, gescheitert und neu angesetzt werden kann.
Hinzu kam die Idee des „Creative Ignoring“: In einer Welt des Informationsüberflusses besteht Unterstützung nicht nur darin, mehr Informationen bereitzustellen. Ebenso wichtig kann es sein, das “Rauschen” zu reduzieren, Relevantes zu erkennen und eine eigene Richtung zu entwickeln. Purpose kann dabei Orientierung geben.
Creative Entrepreneurship in der Praxis: Next Gen Z-Kubator
Wie unterschiedlich Creative Entrepreneurship in der Praxis aussehen kann, zeigte sich unmittelbar im Forum selbst: Teilnehmende des Z-Kubator-Programms „What’s next_Project“ präsentierten ihre Projekte: Kymu von Stepan Vedunov und Elia Salerno, Touriski von Anja Fritschi und Tara Jenkins, der Digital Organ Works Catalogue von Nina Roth, Reiz Jewelry von Anja Hügli sowie der Staubsauger von Nathanael Boell.
Eindrucksvoll moderiert wurden die Pitches sowie der gesamte Tag von Yves Burgener (Z-Kubator).
Diese Pitches der “Next Gegneration” von Z-Kubaotr Fellows machten erlebbar, wie viel Innovationskraft und gestalterischer Wille im kreativen Nachwuchs steckt. Sie gaben spürbare Zuversicht auf eine lebenswerte Zukunft, gerade weil die Creative Economies konkrete Wege und Haltungen aufzeigen, um gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zukunftsorientiert anzugehen.
Future Education: Räume statt fertige Wege
Sowohl die Reflektion von Itay Blaish (Designer & Curator, Z-Kubator) zu 10 Jahren Z-Kubator sowie das Wrap-up von Simon Grand griffen die Frage auf, was diese Entwicklungen, Herausforderungen und gerade auch die vielfältigen Karrierewege für die Bildung in der Zukunft bedeuten könnten. Im Zentrum standen dabei nicht so sehr neue Programme, sondern viel mehr neue Prinzipien und Zugänge: mehr experimentieren sowie ausprobieren und dabei auch scheitern, Fehler machen und erneut beginnen. Bildung wurde in diesem Zusammenhang nicht nur als Vermittlung von Wissen verstanden, sondern als gemeinsames Entwickeln und Gestalten.
Statt ausschliesslich vorgegebene Programme und Wege anzubieten, wurden offene Zugangspunkte und Räume diskutiert, in denen Menschen eigene Wege finden und Neues erproben können. Als mögliches Format wurden beispielsweise intergenerationale Labore genannt, in denen unterschiedliche Generationen Erfahrungen, Perspektiven und Wissen zusammenbringen. Damit verschiebt sich der Fokus von „Teaching“ hin zu „Devising“ – zum gemeinsamen Entwickeln von Möglichkeiten, deren Ergebnis zu Beginn noch nicht feststeht.
Welche Handlungsfelder wurden diskutiert?
Aus der Perspektive von Creative Entrepreneurship verwiesen die Diskussionen darauf, wie kreative Praktiken, Organisationsmodelle und neue Formen der Zusammenarbeit kulturellen und gesellschaftlichen Wert schaffen können.
Keynotes, Workshops und Wrap-up eröffneten mehrere mögliche Beiträge der Creative Economies: offene Räume für Experiment und Lernen; intergenerationale und multidisziplinäre Formate; reale Begegnungen zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen; neue Ansätze für Information, Media und AI Literacy sowie Critical Thinking; körperliche und sinnliche Erfahrungen jenseits des Bildschirms; neue Narrative und Zukunftsbilder sowie ein breiterer Zugang zu Kultur.
Diskutiert wurde dabei auch, wie neue pädagogische Ansätze Critical Thinking sowie Media und AI Literacy stärken können, unter anderem durch körperliche, sinnliche und bewusst nicht-digitale Erfahrungen. Auch die Verbindung zur Natur wurde als möglicher Gegenpol zu einer zunehmend digital vermittelten Umwelt genannt.
Wiederkehrend war dabei die Idee, dass Creative Economies nicht nur Inhalte produzieren, sondern auch Situationen schaffen können, in denen Menschen experimentieren, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und neue Verbindungen herstellen und damit Innovation anstossen und neue Werte schaffen können.
“Trust” bleibt offen
Eine Frage konnte das Forum nicht abschliessend beantworten: Wie können Creative Economies konkret dazu beitragen, Vertrauen in Wirtschaft und Gesellschaft aufzubauen? Diskutiert wurden Begegnung, Dialog und Zeit, neue pädagogische Ansätze, Medien- und AI Literacy, Erfahrungen ausserhalb digitaler Räume, neue Narrative und ein breiterer Zugang zu Kultur.
Als mögliche Schlussfolgerung entstand die Idee, dass Creative Economies Vertrauen nicht direkt herstellen können, wohl aber Bedingungen schaffen, unter denen es entstehen kann. Ob und wie daraus langfristig Vertrauen wächst, blieb eine offene Frage des Forums.
How to prepare for the next decade?
Über Keynotes, Workshops und Wrap-up hinweg stand weniger die Prognose der Zukunft im Vordergrund als die Frage, wie Menschen und Organisationen mit einer Zukunft umgehen können, die sich nicht vollständig vorhersehen lässt.
Als Verdichtung der im Forum wiederkehrenden Motive lässt sich festhalten:
“Preparing for the next decade means staying curious, acting with purpose, knowing what to ignore – and creating the conditions in which new connections, ideas and trust can emerge.”
Ein herzliches Dankeschön an alle Speaker und das gesamte Z-Kubator und ZCCE Team für Ihre Beiträge, Moderation und Facilitation.
Die Fotos in der folgenden Gallerie sind von Gabriel Bienz. Vielen Dank für diese tollen Impressionen! Mehr!
Foto Credits: Creative Economies Forum 2026 © Gabriel Bienz @superglueclub.
Impressions
Die Fotos in dieser Galerie sind von Gabriel Bienz. Vielen Dank für diese tollen Impressionen!
Foto Credits: Creative Economies Forum 2026 © Gabriel Bienz @superglueclub.













































