Das ZKF lädt regelmässig zur Gesprächsreihe «Art in Conflict» ein. Dabei werden grundlegende Fragen diskutiert, mit denen sich Praktiker:innen während ihrer Arbeit immer wieder konfrontiert sehen: Was kann Kunst in von Kriegen betroffenen Regionen bewirken? Wie engagieren sich Kunstschaffende für die Wahrung menschlicher Würde, für neue Begegnungsmöglichkeiten und für friedliche Konfliktbearbeitung? Diese und andere Fragen sollen in der Gesprächsreihe «Art in Conflict» zur Diskussion gestellt werden. Jede Veranstaltung hat die Form eines Tischgesprächs mit konkretem Thema.
«Art in Conflict» ist eine hybride Veranstaltung in englischer Sprache, die im Stall 6 an der Gessnerallee stattfindet. Den Anfangsimpuls für den Austausch geben jeweils eingeladene Expert:innen, die mit Kunstinitiativen verschiedener Sparten in Konfliktregionen tätig sind oder darüber publiziert haben. Dies geschieht entweder in Form einer kurzen Präsentation oder einem Text, der vorab verschickt wird. Interessierte Besucher:innen sind willkommen, den Gesprächen zuzuhören oder mitzureden.
→ Das aktuelle Programm der Gesprächsreihe Art in Conflict über diesen Link abonnieren.
Mittwoch, 18. Februar 2026, 17.30–19.00 Uhr
Formulare und Visionen – Künstlerischer Austausch über Grenzen hinweg
mit Gwen Lesmeister (Dramaturgie und Koordination Theater X) und Roberto Hacaturyan (Musiker, Musikethnologe, bei artlink für Global Sounds aus der Schweiz und für den SüdKulturFonds zuständig), vor Ort anwesend
Gessnerallee Zürich, Stall 6, Gessnerallee 8 & Zoom
Künstlerischer Austausch über (gesellschaftliche) Grenzen hinweg ist auch von Faktoren geprägt, die sowohl scheinbar trivial als auch von tiefreifender Bedeutung sein können: persönliche, zeitliche oder finanzielle Ressourcen sind für ein Projekt ebenso formgebend wie ein nicht erteiltes Visum. Doch welche Ansätze gibt es, damit umzugehen in künstlerischen Projekten, aber auch auf politischer oder rechtlicher Ebene? Gwen Lesmeister und Roberto Hacaturyan sprechen über Strategien und Erfahrungen im Umgang mit diesen Herausforderungen. Gwen Lesmeister vom Theater X, einem CommUNITY-Theater in Berlin-Moabit, das im Co-Management von Jugendlichen und Mitarbeiter*innen konzipiert und betrieben wird und Roberto Hacaturyan ist bei artlink verantwortlich für den Südkulturfonds, der Kulturschaffende aus Afrika, Südost- und Südwestasien, Lateinamerika und osteuropäischen Nicht-EU-Ländern beim Zugang zum Schweizer Kulturmarkt unterstützt.
Eine spontane Teilnahme vor Ort ist jederzeit möglich. Mit vorgängiger Anmeldung ist eine Teilnahme via Zoom möglich. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Für die Veranstaltung am 18. Februar bitte hier anmelden
Mittwoch, 25. März 2026, 17.30–19.00 Uhr
Zwischen Bildung und Kunst – Inspiration zur Selbstermächtigung
mit Lera Lerner (Künstlerin, Kuratorin, Mediatorin, Gründerin vom Imaginary Museum of Displaced Persons), vor Ort anwesend, und Fairooz Tamimi (Autorin, Journalistin, Action for Hope), online zugeschaltet
Gessnerallee Zürich, Stall 6, Gessnerallee 8 & Zoom
Die Idee von Bildung als Selbstermächtigung hat viel mit Konzepten sozial engagierter Kunst gemeinsam. Doch wie können Kunst und Bildung zusammenwirken, um Lernräume zu schaffen, die Menschen selbst gestalten können – jenseits von Kontrolle und Disziplinierung?
Lera Lerner, in St. Petersburg promovierte Pflanzengenetikerin, erprobt in Performances und Installationen „Zufall, Wunder, Intuition und Liebe“ als Wege zu spontaner Kommunikation im öffentlichen Raum. Fairooz Tamimi ist Autorin, Kulturmanagerin und Geschäftsführerin von Action For Hope. Diese initiiert kulturelle Projekte, die auf soziale, kulturelle und psychologische Bedürfnisse von notleidenden und vertriebenen Gemeinschaften in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika) sowie in Europa eingehen.
Eine spontane Teilnahme vor Ort ist jederzeit möglich. Mit vorgängiger Anmeldung ist eine Teilnahme via Zoom möglich. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Für die Veranstaltung am 25. März bitte hier anmelden
Mittwoch, 22. April 2026, 17.30–19.00 Uhr
Räume des Möglichen in der künstlerischen Konflikttransformation
mit Maja Leo (Spezialistin für Kunst in Prozessen der Konflikttransformation, Beraterin bei der Berghof Foundation), vor Ort anwesend, und Tinatin Gurgenidze (Stadtforscherin, Dozentin, Kuratorin, Tbilisi Architecture Biennial), online
Gessnerallee Zürich, Stall 6, Gessnerallee 8 & Zoom
Gewalt entsteht oft dort, wo Territorien mit Machtansprüchen besetzt werden. Doch Räume können auch so gestaltet werden, dass sie Verständigung und Wandel ermöglichen. Welche Art von Raum braucht es, damit Konflikttransformation gelingen kann? Und wie können städtische Räume den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteur*innen fördern – als Orte, an denen kritische Diskurse und gemeinsames Handeln entstehen?
Die Künstlerin und Beraterin Maja Leo mit einem Hintergrund in Theater und in partizipativen künstlerischen Praktiken und die Stadtforscherin Tinatin Gurgenidze Mitinitiatorin des Projekts Researching Common Territories, sprechen darüber, wie künstlerische, räumliche und soziale Prozesse zusammenwirken können, um Räume zu öffnen, in denen Differenz nicht trennt, sondern zum Ausgangspunkt für gemeinsames Lernen wird.
Eine spontane Teilnahme vor Ort ist jederzeit möglich. Mit vorgängiger Anmeldung ist eine Teilnahme via Zoom möglich. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Für die Veranstaltung am 22. April bitte hier anmelden
Mittwoch, 20. Mai 2026, 17.30–19.00 Uhr
Unsichtbare Geschichten sichtbar machen – Das filmische Schaffen von Nicole Vögele
mit Nicole Vögele (unabhängige Filmemacherin und Journalistin), vor Ort anwesend
Gessnerallee Zürich, Stall 6, Gessnerallee 8 & Zoom
Art in Conflict – Practice ist ein Spin-off der Art-in-Conflict-Gesprächsreihe. Der Abend vom 20. Mai gestaltet sich zweiteilig. Um 17.30 Uhr wird der Film The Landscape and the Fury gezeigt, das anschliessende Gespräch mit der Filmemacherin findet um 20.15 Uhr statt.
THE LANDSCAPE AND THE FURY (Schweiz 2024, 138 min) entstand in Ravnice im Nordwesten Bosniens, wo noch immer Minen aus dem Bosnienkrieg liegen und eine europäische Aussengrenze verläuft. Inmitten dieser Landschaft herrscht dennoch die Normalität des Alltags und eine gelebte Solidarität zwischen den Bewohner*innen. Doch wie lässt sich die absurde Geschichte der 932 Kilometer langen EU-Aussengrenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina erzählen? Und wie findet man Bilder für eine Gewalt, die sich gerade durch ihre Unsichtbarkeit ausdrückt entlang einer scheinbar endlos grünen Grenze? Nicole Vögele hat nach eigenen Worten ein „Kaleidoskop des Schmerzes in den raschelnden Blättern“ gesucht um „diesen Fleck Erde, diesen Fleck Weltenseele filmisch zu ertasten“.
Nicole Vögele, THE LANDSCAPE AND THE FURY, Schweiz 2024, 138 min, Sprachen: Bosnisch, Dari, Farsi, Kurdisch, Sorani, Punjabi; Untertitelung: Englisch
Eine spontane Teilnahme vor Ort ist jederzeit möglich. Mit vorgängiger Anmeldung ist eine Teilnahme via Zoom möglich. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Für die Veranstaltung am 20. Mai bitte hier anmelden
Mittwoch, 10. Juni 2026, 17.30–19.00 Uhr
Zugehörigkeit, Verlust und die Sprache der Kunst
mit Vida Rucli (Architektin, Kulturschaffende, Robida Collective), online zugeschaltet, und Fazil On Yu (Tänzer, Choreograf, Aktivist und Performance-Künstler), vor Ort anwesend
Gessnerallee Zürich, Stall 6, Gessnerallee 8 & Zoom
Vida Rucli, Mitglied des interdisziplinär arbeitenden Robida Collective, das – als Teil der slowenischen Minderheit in Italien – im Grenzdorf Topolò/Topolove aktiv ist, und Fazil On Yu, in Uganda geboren und heute in der Schweiz lebender Performance-Künstler, der ebenfalls interdisziplinär und kollaborativ arbeitet, treten in ein Gespräch über Zugehörigkeit, Verlust und Geschichte. Dies der Frage folgend, wie Dialoge entstehen können – trotz aller Unterschiedlichkeit. Dabei geht es nicht nur um die Begegnung zwischen Menschen, sondern auch um die Beschäftigung mit Orten, Landschaften und Erinnerungen. Wie lässt sich in einer Welt, die von Migration, Mehrsprachigkeit und kolonialen Nachwirkungen geprägt ist, ein offenes Gespräch führen? Und welche Rolle spielt die Kunst dabei, neue Räume des Zuhörens und Verstehens zu schaffen?
Eine spontane Teilnahme vor Ort ist jederzeit möglich. Mit vorgängiger Anmeldung ist eine Teilnahme via Zoom möglich. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Für die Veranstaltung am 10. Juni bitte hier anmelden