Die Wiederaufführbarkeit von Werken mit Live-Elektronik: Eine praxisbasierte Untersuchung in Komposition und Performance
Betreuer:innen und Berater:innen: Gérman Toro Peréz und Martin Neukom (Zürcher Hochschule der Künste), Kilian Schwoon (Hochschule für Künste Bremen), Pascal Decroupet (Universität Nizza)
Abstract
Live-Elektronik ist ein fixer Bestandteil in der Aufführungspraxis zeitgenössischer Musik. Der Korpus der Werke ist ästhetisch und technisch sehr vielfältig und stellt für die Interpreten in der Praxis eine enorme Herausforderung dar. Im Unterschied zu rein akusmatischen Werken kann dabei das Resultat zeitlich, räumlich und spektral erheblich variieren. Einheitliche Standards für Notation und Dokumentation der verwendeten Techniken und des klanglichen Ergebnisses fehlen. Die Wiederaufführbarkeit vieler Werke ist kurz nach ihrer Entstehung bereits gefährdet, wenn Teile der Dokumentation fehlen oder die ursprünglich eingesetzte Technik obsolet geworden ist. Hier soll mein Projekt ansetzen. Wie müssen Werke dokumentiert werden, damit man eine technologieunabhängige Beschreibung erhält? Wie notiert man das gewünschte, klangliche Ergebnis? In welchem Zusammenhang stehen die technischen Möglichkeiten bestimmter Systeme und das musikalische Ergebnis? Welchen Einfluss hat die Übertragung eines Systems in eine neue Technik? Diese Fragen treten in der Praxis immer wieder auf, blieben noch ungelöst und müssen entsprechend praxisbasiert untersucht werden. Anhand von Beispielen aus dem Repertoire sollen Methoden für nachhaltige Dokumentation gesucht werden. Über meine eigene kompositorische Tätigkeit möchte ich die gefundenen Erkenntnisse anwenden und überprüfen.
Vita
Florian Bogner wurde 1978 in Klosterneuburg geboren und studierte am Elektroakustischen Institut der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Von 2003 bis 2005 sowie 2012/13 war er Universitätslektor an der Universität für angewandte Kunst Wien. Florian Bogner ist freiberuflich in den Bereichen Klangregie, Live-Elektronik und Computermusik tätig. Zusammen mit Peter Böhm ist er beim Klangforum Wien für elektroakustische Konzeption, Betreuung und Umsetzung sowie Klangregie verantwortlich. Projekte führten ihn u. a. zu Wien Modern, den Wiener Festwochen, den Berliner Festspielen, an das Teatro Real in Madrid, die Pariser Opéra Bastille, die Kölner Oper, das Theater an der Wien, zum Ultima Oslo Contemporary Music Festival, zu den Tiroler Klangspuren, dem Transartfestival in Bozen, zu den Salzburger Festspielen, zu den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik nach Darmstadt und an das Nationaltheater Mannheim.