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The City Does Speak

[Translate to English:] The City Does Speak

Graffiti with Social and Political Messages in the Urban Public Space of Berlin

Polina Stohnushko

In diesem Promotionsprojekt liegt der Fokus auf Graffitis mit sozialen und politischen Botschaften im öffentlichen Stadtraum Berlins. Das Projekt zielt darauf ab, die tiefe Integration der Graffitis in den urbanen Raum aufzuzeigen und ihre Funktion als Heterotopien und Gegenräume zu analysieren. Es wird verdeutlicht, wie Menschen Graffitis als kritische Auseinandersetzung mit Standwänden nutzen und sie als Plattformen für Kommunikation, Widerstand und Solidarität einsetzen, um einen bedeutsamen öffentlichen Raum zu schaffen und das Recht auf die Stadt zurückzugewinnen.

Die Dissertation betrachtet Graffitis zudem als demokratische Alternative zu klassischen Medien und legt besonderes Augenmerk auf ihre außergewöhnliche Ausdrucksfreiheit, die politisch und gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen ermöglicht, ihre kontroversen Ideen zum Ausdruck zu bringen. Darüber hinaus wird die Rolle von Graffitis als Aufruf zur lokalen und internationalen Solidarität in verschiedenen Konflikten sowie als vielschichtiger Spiegel der Gesellschaft beleuchtet. Das Hauptziel dieser Dissertation besteht darin, den Wert von Graffitis als einzigartige Quelle zur Erforschung gesellschaftlicher Dynamiken zu betonen.

Ein wissenschaftlicher Wert des Projekts liegt in der Entwicklung eines theoretischen Konzepts, das auf konzeptionellen Kategorien basiert und mithilfe der Grounded Theory erstellt wird. Eine weitere Besonderheit dieses Promotionsprojekts besteht in der Erstellung eines digitalen Graffitis-Archivs unter Anwendung eines Geovisualisierungsansatzes (GIS).

  • Biografie

    Polina Stohnushko (geboren 1994 in Kiew, Ukraine; lebt in Berlin) ist eine Interventionskünstlerin und Graffiti-Forscherin, die derzeit ihre Promotion als Friedrich-Ebert-Stiftung-Stipendiatin an der Universität Passau verfolgt. Stohnushko hat ihren Bachelor in Soziologie an der Kiew-Mohyla Akademie (2016) und ihren Master in Kulturwissenschaften an der Universität Tübingen (2019) als DAAD-Stipendiatin absolviert. Zudem nahm sie an einem Stipendium für räumliche PraktikerInnen am Königlichen Institut für Kunst in Stockholm (2022–2023) teil. Ihre Forschung konzentriert sich auf Graffiti mit sozialen und politischen Botschaften am Beispiel Berlins, wobei sie theoretische Konzepte entwickelt. In ihrer künstlerischen Praxis macht Polina sowohl autorisierte als auch nicht autorisierte, textbasierte, ortsspezifische Interventionen, in denen sie den Stadtraum als Plattform für politische Aktionen betrachtet, die drängende gesellschaftliche Probleme ansprechen und die Zivilgesellschaft fördern.

  • Info

    • Graduating University: Universität Passau
    • Supervision: PD Dr. phil. Jörg Sternagel, Universität Passau
    • Co-supervision: Prof. John Lennon, University of South Florida