Es stehen nur wenige Studienplätze zur Verfügung. Kann einer Kandidatin/einem Kandidaten nach bestandener Eignungsprüfung kein Studienplatz angeboten werden, muss die Prüfung bei einer Kandidatur für einen späteren Studieneintritt wiederholt werden.
Der unten aufgeführte Katalog gibt eine Übersicht über die gefragten Kompetenzbereiche. Es besteht nicht der Anspruch, dass alle Bereiche lückenlos abgedeckt werden. Zweck der Prüfung ist es, ein aussagekräftiges Profil zu erhalten, aufgrund dessen abgeschätzt werden kann, ob die Kandidatin/der Kandidat fähig ist, allfällige Defizite im Master aufzuarbeiten.
A Schriftlich
Mit der Anmeldung reichen die Kandidierenden ein Motivationsschreiben sowie ein Dossier mit eigenen Aufnahmen ein. Bei positiver Beurteilung werden die Kandidat:innen zur mündlichen Eignungsprüfung eingeladen.
B Mündlich
Die mündliche Prüfung findet in zwei bis drei Blöcken statt.
- Einreichen einer Hausaufgabe
Die Kandidat:innen erhalten eine Aufgabe per Mail zugestellt. Diese ist innerhalb der gesetzten Frist (s. unter «Termine») zu lösen und einzureichen. Umfang: Maximal zwei A4 Seiten. Die Arbeit wird an der mündlichen Prüfung vertiefend thematisiert.
- Tonmeisterliche Praxis (Dauer 25 Minuten)
Es steht eine Vorbereitungszeit von 60 Minuten zur Verfügung.Musikübertragung
Themenfelder:
- Routinierte Bedienung der Infrastruktur (DAW, Peripherie)
- Klare Vorstellung der Abläufe bei einer Musikproduktion
- Zielgerichtetes Mikrofonieren, Editieren und Mischen
- Klangästhetische Vorstellung und Fähigkeit, diese umzusetzen
- Grundlagen der Aufnahmeleitung
- Prüfungsinhalt:
Die Kandidierenden bringen eine Session auf dem eigenen System mit, die sie an der Prüfung präsentieren und mit dem Experten diskutieren. Zudem werden allgemeine Fragen zu den oben genannten Themen gestellt und besprochen.
Studiotechnik
Themenfelder:
- Beherrschung von analogen und digitalen Signalverarbeitungssystemen (Mischpulte, Recorder, Signalübertragung)
- Kenntnisse der Anforderungen zur Synchronisation digitaler Audiosysteme (ggf. auch Videosysteme)
- Kenntnisse der qualitätsbestimmenden Faktoren analoger und digitaler Signalübertragung, Signalverarbeitung und Speicherung
- Kenntnisse der Funktionsweise und der typischen Parameter von Tonbearbeitungsmitteln (EQ, Dynamics, Hall etc.)
- Prüfungsablauf:
Anhand der mitgebrachten Produktion werden aufnahmetechnische Fragen diskutiert, die sich aus dem Audiomaterial oder der Präsentation der Kandidierenden ergeben.
Alternativ oder zusätzlich erhalten die Kandidierenden präparierte Audioclips mit typischen Fehlern oder Artefakten, die gemeinsam diskutiert werden.
- Technische Fächer (Dauer 25 Minuten)
Elektrotechnik
Themenfelder:
- Elementare Kenntnisse der elektrotechnischen Grundgesetze und Übersicht der Elemente elektrischer Schaltungen. Vertieftes Verständnis der Funktionsweise und Eigenschaften von Mikrofonen und Lautsprechern.
- Befähigung zur Analyse von einfachen elektrischen Schaltungen und Übersicht der wichtigsten Filtertypen und Verstärker-Grundschaltungen mit Bipolar-Transistoren und Operationsverstärkern.
- Prüfungsinhalt:
- Grundgrössen Ladung, Strom, Spannung
- Elektrische Netzwerke, Schaltbilder
- Elektrotechnische Grundgesetze
- Elemente elektrischer Netzwerke
- Netzwerkanalyse
- Eigenschaften von passiven Grundschaltungen
- Messungen in elektrischen Systemen
- Bipolar-Transistorgrundschaltungen
- Operationsverstärkerschaltungen
- Blockschaltbilder
- Grundlegender Aufbau von Audiogeräten
- Praxis: Messtechnik
- Kabel und Leitungen
- Mikrofone und Lautsprecher
- Praxis: Entwurf und Aufbau einer einfachen Schaltung
Digitale Audiotechnik
Themenfelder:
- Befähigung zur mathematischen Beschreibung von Systemen im Zeit- und Frequenzbereich, Kenntnis der Wandlerprinzipien zwischen analoger und digitaler Welt
- Kenntnis der elementaren Signalverarbeitungsalgorithmen und der wichtigsten digitalen Tonträger
- Prüfungsinhalt:
- Akustik
Themenfelder:- Verständnis der grundlegenden akustischen Phänomene im Freien und in Räumen auf einem Niveau, das den Zugang zur Fachliteratur erlaubt
- Prüfungsinhalt:
- Akustische Grundlagen: akustische Grundgrössen, Grundgleichungen, Quellentypen, Abstandsgesetze, analytische und numerische Berechnungsmethoden
- Messtechnik: Signalmerkmale, Messinstrumente, Impulsantwort- und Nachhallzeitmessung
- Absorption, Reflexion und Transmission: Interaktion von Schallwellen mit Materialien, Absorbertypen, Streuelemente
Raumakustik: statistische Raumakustik, Diffusfeldtheorie, geometrische Raumakustik, Spiegelquellenverfahren, ray tracing, akustischer Entwurf von grossen Räumen, wellentheoretische Raumakustik, Raumresonanzen, Eigenmoden, akustischer Entwurf von kleinen Räumen
- Mathematik (Informatik)
Inhalte:- Funktionen: Winkelfunktionen, Exponentialfunktionen, Logarithmus, Polynomfunktionen
- Transformationen: Fourier-Transformation
- Komplexe Zahlen: Rechnen mit komplexen Zahlen, Exponentialform, Zeiger
- Signalverarbeitung: Systemgleichungen, Filtertypen, Frequenzgang, Impulsantwort
- Differential- und Integralrechnung: Ableitungen und unbestimmtes Integral, Kurvendiskussion (Maxima, Minima, Wendepunkte etc.), Ableitungsregeln, einfache Differentialgleichungen
Zusatzprüfung bei fehlendem Bachelorabschluss in Musik
- Instrumentale Praxis
Beherrschung eines Instruments auf einem Niveau, das es der/dem Kandidierenden ermöglicht, sich durch das Instrument musikalisch auszudrücken.
Prüfungsinhalt: Performance auf einem Instrument von zwei verschiedenen Stücken; kurzes Partiturspiel
- Gehörbildung
Darstellen und Erkennen von Intervallen, Klängen, Akkordstrukturen, Rhythmen, Harmoniefolgen. Die Kandidierenden erhalten die Materialien zum Teil auch schriftlich mit der Aufgabe, spontan und rasch zu erkennen, ob das Eingespielte dem Vorliegenden entspricht.
- Musikalische Allgemeinbildung
Kurzanalyse von zwei stilistisch verschiedenen Stücken