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    Mehr zu: MAS Creative Practice

    MAS-Abschlussarbeiten

      Ausgewählte Abschlussarbeiten, die im Rahmen des MAS Creative Practice entstanden sind:

      • Diana Fry: Experimente mit Hybrider Kreativität (März 2026)

        MAS-Thesis: Experimente mit Hybrider Kreativität 
        Mentorin: Grit Wolany
        März 2026

        Die MAS-Arbeit «Experimente mit Hybrider Kreativität» untersucht, wo die Grenzen zwischen Mensch und Maschine im kreativen Prozess verlaufen und was dort entsteht, wo sie verschwimmen. Als praktische Arbeit  und in Co-Kreation mit KI-Systemen hat Dianan Fry akustische Saalsignale für das LAC Lugano entwickelt. Die Arbeit verbindet theoretische Reflexion mit live präsentierten Klangexperimenten und macht hybride Kreativität hör- und erlebbar.

        MAS Creative Practice, Diana Fry
        MAS Creative Practice, Diana Fry
        MAS Creative Practice, Diana Fry
      • Marc Zürcher: Mission Stille – Ein atmosphärisches Hörstück in sechs Szenen (Februar 2026)

        MAS-Thesis:
        Mission Stille – Ein atmosphärisches Hörstück in sechs Szenen
        Komponiert, geschrieben und produziert von Marc Zürcher
        38 Minuten
        Mentor: Antoine Chessex
        Februar 2026

        Mission Stille ist ein Hörstück, das mit akustischen Räumen, sogenannten Soundscapes, arbeitet und Zuhörer:innen auf eine Reise in die Welt des Hörens mitnimmt. Es entstehen Atmosphären, die sich an der Tageszeit und inneren Verfassung eines Protagonisten orientieren. Im Zentrum steht die Frage, was Stille bedeutet, wie sie erlebt wird und wie sie sich erzeugen lässt. Dieses Thema ist eingebettet in eine Geschichte um einen Protagonisten, dessen Figur bewusst offen bleibt: ein Reisender durch Welten, vielleicht ein Eremit oder ein Suchender. Man begleitet ihn in den Tagen nach seiner Ankunft auf der Erde, die ihm zunächst unbekannt ist.

        Die Soundscapes sind nicht dokumentarisch angelegt, sondern bewusst gestaltet. Field Recordings, elektronische Klänge, musikalische Elemente und Sprache greifen ineinander und formen akustische Räume mit affektiver Wirkung. Ziel ist es, erlebbare Atmosphären zu schaffen; die Zuhörer:innen sind eigeladen einzutauchen und sich auf die jeweilige Stimmung einzulassen.

        Die Geschichte spielt auf der Erde, einem Ort, der dem Protagonisten zunächst fremd ist. Er kennt den Planeten nur aus Beschreibungen und Daten. Erst allmählich beginnt er, sich mit seiner Umgebung vertraut zu machen: durch Wahrnehmen, durch Beobachtung und durch vorsichtige körperliche Annäherung. Diese langsame Vertrautwerdung prägt die klangliche Entwicklung des Stücks.

        Das Hörstück entfaltet sich über sechs aufeinanderfolgende Szenen, die jeweils einer Tageszeit zugeordnet sind und sich an den mönchischen Gebetszeiten orientieren. Jede Szene besitzt eine eigene klangliche Qualität und spiegelt einen bestimmten inneren Zustand des Protagonisten. Gemeinsam bilden sie einen Tagesbogen vom Erwachen bis in die Nacht.

        Der Protagonist ist als Figur angelegt, die sich auf einer unbekannten Mission befindet. Die Soundscapes folgen seiner Entwicklung – von einer distanzierten, kontrollierten Wahrnehmung hin zu einer offenen, körperlichen Teilhabe. Mission Stille lädt dazu ein, sich in diese Figur hineinzuversetzen und eine Ahnung ihres Empfindens zu erhalten: ein Empfinden von Stille, Präsenz und Verbundenheit im Klang.

        Marc Zürcher: Mission Stille – Ein atmosphärisches Hörstück in sechs Szenen
        Marc Zürcher: Mission Stille – Ein atmosphärisches Hörstück in sechs Szenen
        Marc Zürcher: Mission Stille – Ein atmosphärisches Hörstück in sechs Szenen
        Marc Zürcher: Mission Stille – Ein atmosphärisches Hörstück in sechs Szenen
      • Astrid Bextermöller: Die prä- und perinatale Dimension in der Kunst (November 2025)

        MAS-Thesis: Die prä- und perinatale Dimension in der Kunst
        Mentorin: Kathrin Beer
        November 2025

        Der Ende April 2025 in der «Nordlichter»-Ausstellung der Fondation Beyeler durchgeführte Erwachsenenworkshop und die folgende MAS-These beschäftigen sich mit sehr frühen, prä- und perinatalen inneren Bildern und spüren diesen im künstlerischen Ausdruck der Malerei nach. Anhand ausgewählter Werke Edvard Munchs sowie Akseli Gallen-Kallelas und Emily Carrs unter Berücksichtigung der pränatalen Entwicklung und dieser chronologisch folgend, wird die kunsthistorische Interpretation um eine tiefere Dimension des menschlichen Erlebens, der Erkundung einer «Seelenlandschaft», erweitert. Die in den Kunstwerken zum Ausdruck gebrachten frühen inneren Bilder werden in einer intensiven dialogischen Auseinandersetzung im Rahmen einer erfahrungsbasierten Kunstbetrachtung als Bilder einer gemeinsamen menschlichen Erfahrung betrachtet, diskutiert und geteilt.

        Zentrales Anliegen ist die Weiterentwicklung eines interdisziplinären zu einem transdisziplinären Dialog im Sinne eines Austausches unterschiedlicher, fachspezifischer Kenntnisse, Erfahrungen und Perspektiven: Sowohl die kunsthistorische als auch die prä- und perinatalpsychologische Perspektive und Interpretation finden ausreichend Raum, um gemeinsam zu einem tieferen Verständnis der betrachteten Kunstwerke zu finden.

        Zudem werden mögliche weitere Projekte skizziert, indem die anhand der Werke Edvard Munchs gewonnenen Erkenntnisse auf andere Künstler:innen sowie eine Reihe von Erwachsenenworkshops und Publikationen übertragen werden könnten. Denn die gewonnenen Erkenntnisse basieren auf sehr frühen menschlichen Erfahrungen. Ein Zugang wird im Rahmen einer erfahrungsbasierten und transdisziplinären Kunstbetrachtung möglich. 

        MAS Creative Practice Kathrin Beer
      • Andrea Maciel: Reading the Earth – The reconnection of the human body to the body of the earth, a cosmopolitical manifesto (November 2025)

        MAS Thesis:
        Reading the Earth – The reconnection of the human body to the body of the earth, a cosmopolitical manifesto
        Composed, written, directed, performed and produced by Andrea Maciel
        30 minutes
        Mentor: Jochen Kiefer
        November 2025


        Drawing on autobiographical references and existential questions, the author proposes an experience of reconnecting the human body to the body of the Earth from a philosophical-choreographic and cosmopolitical perspective, inspired primarily by the ideas of the indigenous poet and activist Ailton Krenak and the shaman Davi Kopenawa.
        “Reading the Earth” brings to the stage the atmosphere of Brazil’s tropical forests and explores the poetics of reconnecting with the Earth through the heart, as a force that empowers the human capacity for transformation. Understanding that the Earth also has a heart and that the human heart not only pumps blood through our bodies but is the primary organ of relationships, experiences, and emotions, as well as being the strongest electromagnetic field in the human body, where consciousness resides.


        Ailton Krenak recounts that, during a visit to his friend Davi Kopenawa Yanomami in his territory in the Amazon—at a time of crisis due to constant invasions by gold miners—he asked him how he managed to get through such difficult periods of crisis that could make a person sick. And Kopenawa replied that when he is facing great difficulty, he goes into the forest, finds a clearing, lies down on the ground, and waits for the forest and the earth to speak to him, for Omama (God) to speak to him. When Omama speaks, he gives him everything he needs to stay alive. Then he connects his body with the body of the earth to read the earth.


        At the center of the scene, we see a woman lying on the ground, with threads crossing her body; the human and the non-human in a horizontal relationship. This horizontal position also broadens her perspective and allows her to look up at the stars and perceive the infinite universe, reminding her of where she came from and why she is here. By feeling the earth and breathing in unison with it, she connects with the God who inhabits her and embraces the nature of which she is a part and which, at the same time, constitutes her. This sensory experience is shared with the audience.


        Believing that change is possible—that it begins within each of us and that every action matters—by opening our senses, perhaps we can become more flexible and generate an inner movement that allows for the “reforestation of our minds,” as Ailton Krenak tells us. We have distanced ourselves from the earth. We have been captured by a self-destructive and violent system. We need to reconnect with the source of life, which is the earth, and learn to read the earth, so that we can find other ways of living that are more in harmony with life.


        We need to sing, dance, and “suspend the sky,” as the shaman Davi Kopenawa says and as these indigenous peoples from various continents around the world do. For Krenak, “suspending the sky” means broadening our horizon—not a prospective horizon, but an existential one. To expand the possibilities of existence, in the constant exercise of being and of forming alliances with other humanities, with other living beings, with the inanimate beings present in nature, and thus to reclaim the power of constant transformation of our bodies. The book of the Earth can be read with the body.

        MAS Creative Practice, Andrea Marcial
        MAS Creative Practice, Andrea Marcial
        MAS Creative Practice, Andrea Marcial
      • Cornelia Wittwer: Rekonstruktion eines Portraitgemäldes aus dem 18. Jahrhundert (Februar 2024)

        MAS-Thesis: Rekonstruktion eines Portraitgemäldes aus dem 18. Jahrhundert – Ein Beitrag zum Fachgebiet der technischen Kunstgeschichte
        Mentor: Thomas Schmutz
        Februar 2024

        Der Zürcher Theologe und Philosoph Johann Caspar Lavater (1741–1801) war im 18. Jahrhundert durch sein Werk und Wirken in ganz Europa bekannt. Aufgrund seiner Berühmtheit wurde er oft portraitiert. Lavater beschrieb sein liebstes Konterfei in dem Gedicht «An Herrn Felix Maria Diogg, Maler – Nach der Vollendung meines Porträts» wie folgt:

        Endlich einmal ein Bild, von dem man sagen wird: Sprechend!
        Ja, Er ist es! Er ist's! Leibhaftig Er selber und ganz Er!

        Diogg malte das Portrait 1790 in Lavaters damaligem Wohn- und Amtshaus in Zürich. Das von Lavater selbst beschriebene Gemälde des berühmten Schweizer Portraitmalers Felix Maria Diogg (1762–1834) gilt seit 1941 als verschollen.

        Lavaters Lieblingsportrait soll dank einer wissenschaftlich fundierten Rekonstruktion neu aufleben. Die vorliegende Arbeit zeigt die Ergebnisse der Erforschung von Materialien, Technik und Prozessen der Entstehung von Ölportraits des 18. Jahrhunderts anhand der Methoden der experimentellen technischen Kunstgeschichte. Sie verbindet damit wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Kunstgeschichte mit Nachforschungen zum verschollenen Gemälde, der Analyse historischer Quellen und technischer Untersuchungen zur Malweise von Diogg. Der historische Malprozess wurde dabei fundiert und umfangreich für die Rekonstruktion dokumentiert und mit möglichst hoher materialtechnischer Entsprechung zum historischen Vorbild durchgeführt. Das rekonstruierte Portrait wurde gestalterisch überführt in eine heute vergleichbare Wirkung und Ästhetik.

        Das rekonstruierte Ölportrait und die dafür angefertigte Kohle-Kreidezeichnung waren 2023 eingebettet in die Ausstellung «Ein Gemälde entsteht – zur Malkunst im 18. Jahrhundert» in der Sammlung Johann Caspar Lavater.

        Durch die experimentelle Herangehensweise wurden mit der Rekonstruktion des von Diogg geschaffenen Lavater-Portraits Erkenntnisse im Bereich der Materialität und des Malprozesses gewonnen, die der Forschung im Fachgebiet der technischen Kunstgeschichte ein neues Werkzeug in die Hand geben könnten.

        MAS Creative Practice Cornelia Wittwer
      • Anna.R.Stoffel: Durch Selbstexperiment Möglichkeitsraum für Flow begünstigen (November 2021)

        MAS-Thesis: Wie kann ich aus der Reflektion meiner Arbeit anhand von Ausnahmezuständen und Erfahrungen aus den Selbstexperimenten Möglichkeitsräume schaffen, in denen ein Flowzustand für mich und andere begünstigt werden?
        Mentor:in: Markus Ott, Gabriela Schmid
        November 2021


        Auf der Suche nach mehr Flow-Momenten entstand meine Masterarbeit. Ich nutzte meine Werke und mein Arbeiten als Forschungsfeld und reflektierte in einer autoethografischen Herangehensweise. Die Analyse von Schaffensräuschen und Arbeitsblockaden half mir, Muster in meinem eigenen Kreativprozess zu erkennen.

        Grundlage der Arbeit bildeten:

        • drei ergebnisoffene Selbstexperimente
        • 12 Interviews mit Menschen, die mit Flow zu tun haben
        • die erneute Betrachtung des Werks *Zeichnen als performativer Akt* (entstanden im CAS Arts and Design in Practice)
        • ein längeren Arbeitsaufenthalt in Berlin
        • sowie eine Creative-Sparring-Session mit einem Kunden

        Ich erforschte das Zusammenspiel von innerer Haltung, äusseren Gegebenheiten und unvorhergesehenen Ausnahmen (ein für mich wichtiger Erkenntnisgewinn). Die Arbeit zeigte, dass gerade *die Ausnahmen* für mich als Katalysator wirken können. Sie öffnen einen Raum nahezu grenzenloser Freiheit, in dem ein Flow eher entstehen kann – für mich wie für andere Beteiligte im Kreativprozess.

        Die Thesis ist eine Inspiration für Kreative und Gestalter:innen, den eigenen Arbeitsprozess, die eigenen Werke und das eigene Ich als Forschungsfeld zu nutzen. Und so neue Erkenntnisse für die eigene Kreativität zu gewinnen und hochfokussierte Schaffensräusche erleben zu können.

        MAS Creative Practice, Anna.R.Stoffel
        MAS Creative Practice, Anna.R.Stoffel