Diese Arbeit untersucht das Potenzial von Audio-Augmented-Reality (AAR) für journalistische Erzählungen. Da
Smartphones weit verbreitet sind und Kopfhörer mit integrierten Sensoren immer häufiger zum Einsatz kommen, hat eine
wachsende Zahl von Menschen Zugang zu Geräten, die AAR-Anwendungen unterstützen könnten. Ausgehend vom immersiven
Journalismus, einem visuell geprägten Bereich, der virtuelle und erweiterte Realität nutzt, um journalistische Themen aus der Ich-Perspektive erlebbar zu machen, geht diese Arbeit der Frage nach, wie Journalismus und AAR miteinander verbunden werden können.
Um diese Frage zu beantworten, gibt die Arbeit einen Überblick über die verwandte Forschungsfelder, immersiver Journalismus, räumlicher Audiojournalismus, AAR, Immersion sowie AAR-spezifische Erzählstrategien. Auf der Grundlage dieses theoretischen Hintergrunds wird ein Analyserahmen erarbeitet, der auf drei Fallstudien angewendet wird. Diese beinhaltet die Ausstellung „Sounds of Silence“ sowie die Audio-Spaziergänge „Only Expansion“ und „Consent – Walk the Walk“. Die Beispiele repräsentieren unterschiedliche Ansätze AAR im Journalismus zu verwenden und ermöglichen einen Vergleich hinsichtlich der technischen Umsetzung, des narrativen Designs, des immersiven Potenzials, der aus Sicht der Teilnehmenden vorgesehenen Rollen für AAR-Anwendungen sowie der journalistischen Relevanz.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass das Potenzial von AAR für journalistische Erzählungen von der Beziehung zwischen
dem technischen System und dem Thema der Arbeit abhängt, da die Technologie die beabsichtigte Form der Wissensvermittlung und des narrativen Engagements unterstützen muss. Die Fallstudien zeigen darüber hinaus, dass Immersion in diesem Anwendungsbereich als ein wahrnehmungsbezogener und psychologischer Zustand verstanden werden sollte, der durch narrative Komponenten geprägt ist.
Schließlich argumentiert die Arbeit, dass AAR in journalistischen Kontexten ein hohes Maß an Transparenz erfordert.
Verräumlichte, ortsbezogene und interaktive Audioinhalte können dazu führen, dass vermittelte Inhalte unmittelbar und persönlich
erlebt wirken, weshalb Quellen, Rekonstruktionen, Arbeitsprozesse und gestalterische Entscheidungen klar kommuniziert werden müssen.