Frederik Kaufmann untersucht in dieser Arbeit, warum gemalte Bilder manchmal besser verstehen können als Worte. Begriffe drängen zur Festlegung, während Bilder in der Schwebe bleiben können, Dinge gleichzeitig sein können, offene Ränder haben. Anhand von Bildern von Miriam Cahn und Darstellungen aus der Frühen Neuzeit zeigt die Arbeit, wie unterschiedlich Ambiguität hergestellt werden kann. Sie ist zugleich persönlich und kunsthistorisch, eine Suche nach Sprache mit Sprache und einem Misstrauen gegenüber Sprache. Sie fragt, wie Bilder Identität nicht festschreiben, sondern als offenen Prozess zeigen können, in dem das Ungefähre, das Unbestimmte, das Noch-nicht-Benannte einen Platz hat.