Nach einem Todesfall habe ich gemerkt, dass ich nicht auf den Tod vorbereitet war. Plötzlich dachte ich auch an meine eigene Vergänglichkeit und fragte mich: Wer darf nach meinem Tod meine Tagebücher lesen? Wer darf meine Wohnung ausräumen und was passiert mit meinen Sachen? Gleichzeitig fehlten mir in der Gesellschaft Räume, um offen über den Tod nachzudenken. In der Malerei und in der Schreibpraxis fand ich einen solchen Raum und versuchte so, den Tod und das Trauern zu verstehen und zu verarbeiten.
Meine Arbeit lädt dazu ein, über den eigenen Tod nachzudenken. Verschiedene Auseinandersetzungen zum Thema sind in einem Rolodex angeordnet. Ein analoges System, das ursprünglich dazu diente, Kontakte zu archivieren, wird jetzt zum Archiv meiner Auseinandersetzung mit dem Tod. Statt Kontakte zu speichern, sammelt er Gedanken, Fragen und Fragmente. So entsteht ein analoges Ordnungssystem für etwas, das sonst schwer fassbar bleibt. Besuchende können den Rolodex drehen, die Malereien betrachten und die Texte lesen, die verschiedene Fragen zu Tod, Trauer, Erinnerung und Vergänglichkeit aufwerfen.