Das Handeln einer Lehrperson ist von Gegensätzen und Ungewissheit geprägt. Lehren erfordert Nähe sowie Distanz, unmittelbares Agieren wie auch stetiges Begründen dieser Aktionen, Entscheiden trotz unzureichendem Wissen und viele weitere entgegengesetzte Bedingungen. Der Wunsch, diesen Voraussetzungen gerecht zu werden, kann zu Spannungen im Erleben der Lehrperson und deren Berufsverständnis führen. Als Kunstpädagogin untersucht Alissa Furler diese Spannungen in ihren Praxen als Lehrperson und als Illustratorin. Den Ursprung dieses Unbehagens verortet sie in den Antinomien des pädagogisch professionellen Handelns. Diese theoretischen Konzepte befassen sich mit systemisch unauflösbaren Gegensätzen im Lehrberuf, welche es beidseitig zu erfüllen gilt und trotzdem unvereinbar bleiben.
Furler sucht nach einer Form, um diese unlösbaren Paradoxe zu erkunden, zu verstehen und zu vermitteln. In einem Austausch zwischen Zeichnung, eigenen Erfahrungen und theoretischer Kontextualisierung entsteht eine Auseinandersetzung mit der Ungewissheit und Widersprüchlichkeit im eigenen Handeln. Diese Gegenüberstellung verfolgt eine Bewegung im Dazwischen und zielt auf einen nachhaltigen Umgang mit diesen Verstrickungen ab.