Ausgangspunkt des Studienprojekts bildet die Reportage «Goodbye Babylon», die sich mit dem Verschwinden bedrohter Sprachen auseinandersetzt. Der Linguist Dan Kaufman dokumentiert und archiviert seltene und vom Aussterben bedrohte Sprachen, bevor sie unwiederbringlich verloren gehen. Anhand konkreter Begegnungen mit Sprecher:innen nahezu vergessener Sprachen macht die Reportage deutlich, dass mit jeder verschwindenden Sprache nicht nur ein Kommunikationsmittel verloren geht, sondern auch kulturelles Wissen, spezifische Weltbilder und individuelle Perspektiven auf die Wirklichkeit.
In ihrem Vertiefungsprojekt untersucht Lara Langenegger den Schwebezustand zwischen Präsenz und Abwesenheit, zwischen Erhalt und Zerfall.
Das entwickelte Booklet versteht sich nicht als Lösungsansatz, sondern als gestalterische Auseinandersetzung mit Bedrohung, Verlust und Fragmentierung. Dabei thematisiert es die Unmöglichkeit, alles bewahren oder retten zu können. Diese Inhalte werden vor allem durch die Gestaltung erfahrbar gemacht, indem der Lesefluss bewusst unterbrochen und Momente des Innehaltens geschaffen werden. Wie in einem Museum bewegen sich die Leser:innen durch Fragmente und Leerstellen, die zur Reflexion anregen.