Theresa Albrechts Masterthese untersucht Fragen von Sichtbarkeit, Körperlichkeit und Verbundenheit im Spannungsfeld von künstlerischer Praxis und Pädagogik. Im Zentrum steht das Konzept der «Nicht-Separabilität» nach Denise Ferreira da Silva (2016), das dazu einlädt, institutionelle Vorstellungen von «Neutralität», Professionalität und Trennung kritisch zu hinterfragen. Ausgangspunkt der Arbeit ist ein Irritationsmoment im schulischen Kontext, an dem sichtbar wird, wie sich künstlerische Praxis, pädagogische Rolle und gesellschaftliche Zuschreibungen nicht eindeutig voneinander abgrenzen lassen. Durch die Verbindung von theoretischer Analyse, autobiografischer Reflexion und künstlerischen Perspektiven untersucht die Arbeit, wie Widersprüche und Ambivalenzen im pädagogischen Feld nicht aufgelöst, sondern produktiv ausgehalten und verhandelt werden können. Kunst und Kunstpädagogik eröffnen dabei Räume, in denen starre Grenzziehungen ins Wanken geraten und neue Formen von Beziehung, Nähe und Verbundenheit erfahrbar werden.
Die künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Körperlichkeit, Technik und Materialität. Im Fokus stehen Prozesse der Verschiebung, Durchlässigkeit und Überlagerung. Organische Elemente verbinden sich mit elektronischen und installativen Strukturen – etwa fliessendes Wasser mit motorisierten Mechanismen. Die Arbeiten entstehen an den Übergängen von Kontrolle und Unvorhersehbarkeit, Stabilität und Veränderung. Kunst wird dabei als sensibler Verhandlungsraum verstanden, in dem bestehende Trennungen irritiert und alternative Formen des Zusammenwirkens sichtbar und erfahrbar werden können.