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    Vanessa Bosch: "Eternal Ghosts" (2026)

    Vanessa Bosch

      Eternal Ghosts untersucht Infrastrukturen für erneuerbare Energien als Orte, an denen Technologie und Natur aufeinandertreffen. Anstatt diese Strukturen ausschließlich als Instrumente der Energieerzeugung zu betrachten, betrachte ich sie als monumentale Konstruktionen, die das kulturelle Verständnis von Energie prägen. Ausgehend von animistischem Glauben aus Thailand, wo buddhistische Traditionen Naturkräfte als Geister wahrnehmen, untersuche ich diese Architekturen als heilige Stätten, die unsichtbare Kräfte beherbergen, und stelle damit westliche Vorstellungen von Ressourcen, Gewinnung und Pragmatismus in einen neuen Kontext.

      Eternal Ghosts untersucht erneuerbare Kraftwerke als Orte der Verbindung zwischen menschlicher Technologie und natürlichen physikalischen Kräften. Aus einer animistischen Perspektive betrachte ich Energien als Akteur*innen mit eigener Handlungsfähigkeit. Die monumentalen Dimensionen dieser Infrastrukturen laden zu einer sakralen Lesart ihres Zwecks ein und werfen die Frage auf, ob sie als Erweiterungen der extraktiven Dynamik oder als eigenständige Monumente fungieren.

      Ausgehend von buddhistisch geprägten animistischen Kosmologien in Thailand und Südostasien vergleicht das Projekt zeitgenössische Energieinfrastrukturen mit kulturellen Vorstellungen von Naturkräften als Geistern, die Land, Wasser, Sonnenlicht und Wind bewohnen. Inspiriert von thailändischen Geisterhäusern (ศาลพระภูมิ), die solche Wesenheiten ehren, untersucht Eternal Ghosts Kraftwerke nicht nur als technische Konstruktionen, sondern als Bauwerke, die unsichtbare Kräfte beherbergen. Dabei verfolgt das Projekt, wie spirituelle und technologische Narrative die Wahrnehmung von Landschaft und Energie prägen. Indem ich erneuerbare Energien als Naturgeister interpretiere, hinterfrage ich westliche rationale Vorstellungen von Ressourcen, Fortschritt und Beherrschung der Natur.

      Diese Koexistenz von technologischen Infrastrukturen und spirituellen Ebenen bildet den Rahmen, in dem das Projekt folgende Fragen aufwirft: Wie werden diese ewigen Geister verstanden und wie geht man mit ihnen um? An welchen Orten sind sie zu finden und auf welche Weise? Wie verändert sich die Wahrnehmung ländlicher und städtischer Landschaften, wenn diese Geister sichtbar gemacht werden? Wie werden sie durch technische Systeme oder religiöse Praktiken transformiert?

      Das Projekt baut auf meiner laufenden Forschung zu animistischer Materie auf. In früheren Arbeiten habe ich untersucht, wie künstliche und organische Materialien sowie Licht und Ton Spuren nichtmenschlicher Wirkkräfte in sich tragen. Eternal Ghosts knüpft an eine Frage an, die ich in meiner Videoarbeit A Notion of the ever-lasting gestellt habe: „Was würden die ewigen Geister, die Energien, tun?“ Der Film zeigt ein Gespräch zwischen Wüsten, die über ihre potenziellen Energien und die menschliche Wahrnehmung derselben nachdenken. „Die Geister würden die Karten voller Staunen betrachten“, antwortet eine Wüste und verweist auf die scheinbar unlogische und koloniale Art und Weise, wie Menschen natürliche Körper in Territorien aufteilen.

      Eternal Ghosts erweitert diesen Ansatz, indem es sich von der Materialforschung im Studio hin zur Feldforschung in Landschaften bewegt, in denen Energie sowohl Material als auch Metapher wird. Das Projekt versucht, die Dominanz europäischer Denkweisen zu lockern, indem es sich mit außereuropäischen Erkenntnistheorien und Ästhetiken auseinandersetzt.
       


      Grantee
       

      Vanessa Bosch

      Projektpartner/Kooperationen

      KultX, Baan Noorg, Thapong Srisai
       

      Orte und Daten
       

      Januar bis August 2026 Schweiz/Thailand
       

      Weblink
       

      www.vanny.de