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    Mehr zu: Institute for Contemporary Art Research

    on/off: heliophilic spaces

    Noemi Garay: CC-BY-SA https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
    Noemi Garay: CC-BY-SA https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

      Das Digitale ist nicht „immateriell“, sondern vielfältig verflochten mit dem Planeten. Unser Interesse gilt der Welt, die sich eröffnet, wenn wir technologische, soziale und ökologische Faktoren gleichberechtigt behandeln. Welche künstlerischen Strategien können solche Beziehungen schaffen, und welche Ästhetik kann sie zugänglich machen? Wir richten zwei Server innerhalb des "solar protocol" ein, einem verteilten Netzwerk, das sich in Echtzeit je nach Verfügbarkeit von Sonnenlicht neu konfiguriert. Danach untersuchen wir das Protokoll als Raum für künstlerisches Handeln.

      Das Projekt verfolgt zwei Ziele. Erstens soll es zum Ausbau des Netzwerks von Webservern beitragen, die über das Solar Protocol miteinander verbunden sind, indem zwei neue Knotenpunkte geschaffen werden, einer an der ZHdK und einer an der Island School of Social Autonomy auf der Insel Vis in Kroatien. Das Solar Protocol ist ein experimentelles, von Künstler:innen entwickeltes Protokoll, das Webserver rund um den Globus miteinander verbindet. Das Besondere an diesem Netzwerk ist, dass die Server nicht an das herkömmliche Stromnetz angeschlossen sind, sondern an ein Solarpanel, aus dem sie ihre Energie beziehen. Jeder Server ist nur verfügbar, solange die Sonne ausreichend Energie liefert. Alle Server spiegeln jedoch lokal die Inhalte der anderen Server. Die Inhalte werden dann von dem Server bereitgestellt, der zu diesem bestimmten Zeitpunkt über die meiste Energie verfügt. Das Projekt verbindet funktional, aber auch ästhetisch die digitale Kommunikation mit dem Tageszyklus, einem planetaren Rhythmus, der fast alle Lebensformen beeinflusst. Es verortet scheinbar ortlose Infrastrukturen neu und hebt hervor, dass Technologie, wie alles andere auch, von grösseren Systemen abhängt, die wir nicht kontrollieren können.

      Das zweite Ziel ist es, Werke innerhalb des Raums zu schaffen den dieses Protokoll eröffnet. Dieser Raum ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil der Räume, die zeitgenössische digitale Infrastrukturen bieten. Er ist stark lokal geprägt und hängt von den sich verändernden planetarischen und atmosphärischen Bedingungen ab. Er basiert auf bewusster Zusammenarbeit und gemeinsamer Nutzung von Ressourcen und behandelt Rechenleistung als knappe Ressource, die wir wie natürliche Ressourcen mit Sorgfalt nutzen müssen.

      Uns interessiert es, das Digitale als etwas zu überdenken, das nicht vorgibt, „immateriell” zu sein, sondern seine eigene Materialität ernst nimmt und seine vielfältigen Verflechtungen mit der materiellen Welt berücksichtigt. Dies steht im Widerspruch zur vorherrschenden Herangehensweise an das Digitale, bei der immer größere Rechenzentren in einer parasitären Beziehung zur Welt stehen, ihre unmittelbare Umgebung ausbeuten und einen nicht nachhaltigen Energiebedarf erzeugen. Unser unmittelbares Interesse gilt der Welt, die sich eröffnet, wenn wir technologische, soziale und ökologische Faktoren gleichberechtigt behandeln. Welche künstlerischen Strategien können solche Beziehungen schaffen, und welche Ästhetik kann eine solche Welt zugänglich machen?


      Projektleitung
       

      Felix Stalder

      Projektpartner/Kooperationen

      Gordan Savicic, HSLU
      Carmen Weisskopf, !Mediengruppe Bitnik
      Domagoj Smoljo, !Mediengruppe Bitnik
      Island School of Social Autonomy, ISSA, Vis, Croatia
       

      Laufzeit
       

      01.01.2026-31.09.2026

      Weblink
       

      on-off.zhdk.ch