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    Marit Mihklepp: "field pigments" (2026)

    Silkscreen print with ink made of the soil of Kärdla meteorite crater site, 2024
    Silkscreen print with ink made of the soil of Kärdla meteorite crater site, 2024

      Aus meiner langjärhigen Forschung zu Mineralien, Steinen und geologischer Vorstellung entsprang im Rahmen meines Doktoratsprojekt “Meteolore: Air Stones, Groundd Holes” ein neues Kapitel. Das Forschungsprojekt field pigments wird die Beziehungen zwischen Farbe und Landschaften, alter Geschichte und sensorischer Feldforschung, künstlerischer Praxis und wissenschaftlichen Erkenntnissen untersuchen. Das zentrale Ziel besteht darin, aus den pigmentbildenden mineralischen/mikrobiellen/botanischen Prozessen in ihren heimischen Landschaften zu lernen und über das Potenzial von Landschaften nachzudenken, an ihrer eigenen Bildgestaltung mitzuwirken.

      field pigments ist Teil meiner Doktorarbeit, in der ich die Gewohnheit, Umgebungen zu objektivieren, transformieren und stattdessen neue Formen des Erzählens finden möchte, die aus der Verflechtung verschiedener Arten, Sinne und Prozesse entstehen. In meinem Doktoratsprojekt habe ich mich dem Meteoriten als Imagination zugewandt, der andere Arten der Beziehung zu unserer Umwelt inspiriert. Die Schwierigkeit, immer wieder dieselben Landschaftsbilder zu schaffen, wurde während der Feldarbeit am Kaali-Meteoritenkratersee deutlich. Mein Blick war gefangen in den Bildern und Postkarten, die vor mir aufgenommen worden waren.

      Die Herausforderung, eine andere Art der Beziehung, Beobachtung und Teilnahme zu finden, motiviert mich. Wie kann man vermeiden, immer wieder das gleiche Bild zu machen? Wie kann man von den Pigmenten des Landes und der Erde lernen und sie in die Bildgestaltung einbeziehen, um eine komplexere/vielschichtige Darstellung der Landschaft zu schaffen? Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für einen neuen Forschungszweig, den ich mit „field pigments” beginnen werde. Anstatt mich in den Theorien des viel untersuchten Themas der Darstellung und des Erhabenen zu verlieren, möchte ich einen praxisorientierteren Ansatz verfolgen und mich den Landschaften selbst zuwenden – um tief in mich hineinzuhören, was die dort lebenden Wesen über ihre Heimat ausdrücken.

      Ich bin neugierig darauf, was Holzkohle, Ocker, Calcit, Eisenoxid und Färberwaid mir über die Landschaften erzählen können, in denen sie vorkommen. Welche Bilder entstehen durch die Materialität der Pigmente? Wie kann man kontrolliertes Chaos in den Prozess einfließen lassen?

       


      Grantee
       

      Marit Mihklepp

      Projektpartner/Kooperationen

      Andrea Caretto/Raffaella Spagna
      Anna Bierler
      Liis Luhamaa
       

      Orte und Daten
       

      Februar bis März 2026: Italien
      Mai bis Juni 2026: Frankreich
      Juli bis Oktober 2026: Estland
       

      Weblink
       

      maritmihklepp.com; @maritmihklepp