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    Johanna Terhechte: "In Motion (The Hotel Room)" (2026)

    lampshade

      Johanna Terhechte untersucht Bewegungsabläufe und Kamerafahrten im Zusammenhang mit dem körperlichen Empfinden von Betrachter:innen in Kino- und Ausstellungsräumen. Im Zentrum des Projekts stehen Hotels, die als Raum der Fiktion und als Gefäß fungieren – als Metapher und Ort der Recherche. Das Projekt gliedert sich in drei Phasen: Zunächst erfolgen Recherchen in verschiedenen Hotels, anschließend ein kollaborativer Workshop, in dem Kamerabewegungen in einem fiktiven, (re-)konstruierten Hotelraum erprobt werden, und abschließend ein Screening mit Gespräch zu ausgewählten Arbeiten und den Workshopergebnissen in einem Hotelzimmer in Zürich.

      Wie bewegt sich die Kamera (als Körper) in einem begrenzten Raum? Wie verhält sie sich in Beziehung zur Bewegung des gefilmten Objekts oder zur Dramaturgie der Architektur? Kann ein rechteckiger Raum rund erscheinen? Welche körperliche Empfindung entfaltet sich über die Dauer des Bewegtbildes?

      Mein Vorhaben ist es, ein tieferes Verständnis für die emotionale und atmosphärische Wirkung von Bewegungssequenzen zu gewinnen. Ich möchte das narrative Potenzial dort erkunden, wo narrative Elemente bewusst ausgelassen werden und die formalen Aspekte der Bewegung in den Mittelpunkt treten.

      Mein Körper reagiert auf das, was ich im Raum erfahre, und meine Gedanken bewegen sich mit dem, was ich sehe – innerhalb und auf die Bilder zu. Diese Bewegung gibt mir Ruhe; ich spüre oft eine intensive emotionale Reaktion auf lange Kamerafahrten oder kreisende Kamerabewegungen. Bewegung erzeugt Spannung, die ich zeitlich ausdehnen möchte. Diese körperliche Erfahrung möchte ich lernen zu navigieren.

      Bewegung ist der Architektur eines Hotels inhärent. Sie bestimmt, wie sich die Kamera bewegen kann, während die Bewegung der Kamera unsere räumliche Wahrnehmung prägt. Das wiederholende Raster der Zimmer erzeugt einen möglichen, endlosen Loop. In der ersten Phase der Recherche werde ich Hotels in Zürich, Köln, Berlin und Paris mit meiner Kamera erkunden.

      In der zweiten Phase bildet das gefilmte Material die Grundlage für einen kollaborativen Workshop mit der Bühnenbildnerin Lea Burkhalter und dem Filmemacher und Bildgestalter Adrian Witzel. Wenn die Dramaturgie der Architektur die formale Struktur des Filmens bestimmt, was verändert sich, wenn wir den räumlichen Entwurf und die Eingrenzung selbst bestimmen? Wir werden ein Hotel in einem provisorischen Set rekonstruieren und anpassen: ein Raum, der einem Hotelzimmer, einer Treppe oder einem schmalen Flur ähnelt, gespiegelt und begrenzt, aber scheinbar endlos. Gemeinsam werden wir verschiedene Bewegungsabläufe durchgehen und daraus Videoskizzen entwickeln. Das Ergebnis bleibt offen.

      Die Zusammenarbeit mit einer Bühnenbildnerin eröffnet neue Perspektiven auf räumliche Eingrenzungen und Provisorien. Meine Art zu filmen ist hektisch und impulsiv, stark körperlich geprägt, weshalb ich häufig mit einer Handkamera arbeite. Während der gefilmte Raum begrenzt ist, wirkt meine Kamera oft unkontrolliert. Ich möchte diesen intuitiven Ansatz mit einer kontrollierten, strukturierten Herangehensweise gegenüberstellen, weshalb ich so gerne mit einem Bildgestalter zusammenarbeiten möchte.

      Die dritte Phase präsentiert die Recherche- und Workshop-Ergebnisse im Rahmen eines Screenings in einem Hotelzimmer in Zürich. Begleitet wird dieses durch ausgewählte Videoarbeiten, einen gemeinsamen Text und ein Gespräch mit der Architektin Lieselotte Düsterhus und Kuratorin Franca Zitta. 

      Meine Forschung bewegt sich zwischen Bewegtbild und Installation, jenseits des linearen, konventionell filmischen Rahmens, und das IfCAR-Grant ermöglicht es mir, diese Fragen in einem kollaborativen Format weiter zu erforschen. 
       


      Grantee
       

      Johanne Terhechte

      Projektpartner/Kooperationen

      Franca Zitta, Lea Burkhalter, Adrian Witzel, Lieselotte Düsterhus
       

      Orte und Daten
       

      Februar bis September 2026, Zürich, Berlin, Köln, Paris
       

      Weblink
       

      johannaterhechte.de