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    Animating Transformation

    Credit: Laurence Favre
    • Untersuchung des Beitrags künstlerischer Forschung zu Wandel im Kontext der Klimakrise

    Untersuchung des Beitrags künstlerischer Forschung zu Wandel im Kontext der Klimakrise

    Animating Transformation schafft einen Rahmen, in dem die transformative Wirkung von künstlerischer Forschung dokumentiert und getestet wird. Es umfasst fünf Langzeitprojekte, die auf eine positive Anerkennung von mehr als menschlichen Wesen und Dimensionen hinarbeiten. Alle fünf explorieren Relationalität, indem sie die Aufmerksamkeit auf sensorische und spekulative Erfahrungen lenken und eine Verschiebung kultureller Ordnungen und Hierarchien entwickeln. Die daraus resultierenden künstlerischen Arbeiten folgen nicht einer didaktischen oder im direkten Sinne aktivistischen Logik, sondern einer, die das IfCAR-Projektteam hypothetisch mit dem Begriff der «Animation» bezeichnet. Durch die Dokumentation und Sammlung vielfältiger Zuschauererfahrungen in unterschiedlichen sozialen Räumen schafft das Team empirische Referenzen, um diesen kontingenten und offenen Zugang zu Transformation zu diskutieren und weiter zu konzeptualisieren.

    Während sich künstlerisch Forschende zunehmend mit den ökologischen Herausforderungen der heutigen Zeit befassen, fehlt bislang eine empirische Grundlage, um ihren Beitrag zu Transformation zu konzeptualisieren. Das IfCAR-Projekt soll ermöglichen, hier eine Grundlage zu schaffen und künstlerische Forschung in Bezug zum  transdisziplinären Feld transformativer Forschung und Praktiken zu positionieren.

    Im Zusammenhang mit der Klimakrise haben Forscher:innen und Aktivist:innen wiederholt auf einen „Knowledge-Action-Gap” in westlichen Gesellschaften hingewiesen. Demnach wirken sich Erkenntnissen und Nachweise über die anthropogenen Ursachen des Klimawandels nur begrenzt auf das Handeln von Individuen und Gesellschaften aus. Vor diesem Hintergrund hat sich ein transdisziplinäres Feld entwickelt, das versucht, diese Lücke zu schließen.

    Ausgehend von den Erfahrungen mit Konflikttransformation argumentiert dieses Projekt, dass der Fokus auf Nachweise und rationales Wissen allein nicht ausreicht, um Wandel herbeizuführen. Um nachhaltige Transformation zu erreichen, müssen auch die hierarchisierenden und trennenden Muster, die kulturellem Handeln zugrunde liegen, transformiert werden. Anstatt zu intervenieren, Fakten zu vermitteln oder zu mobilisieren, gilt es somit, auch in Bezug auf die symbolischen und affektiven Ordnungen postindustrieller Gesellschaften einzuwirken. Entsprechend lenken die fünf künstlerischen Forschungsprojekte von Animating Transformation die Aufmerksamkeit auf spekulative Formen des Verstehens und sensorische Erfahrungen und bauen affektive Verbindungen zum Mehr-als-Menschlichen und Immateriellen auf.

    Das Projektteam geht davon aus, dass solche künstlerischen Explorationen einen komplementären Ansatz zum transdisziplinären Feld transformativer Forschung und Praktiken beitragen können. Da sie jedoch meist nur im Kunst-Kontext zirkulieren, ist dieses Potenzial in kaum untersucht. Dies führt zu einer unbefriedigenden Situation: Der Bereich der Kunst entwickelt eine zunehmende Differenzierung bei der Erforschung (mehr-als-)menschlicher Relationalität, ohne jedoch aus einer transdisziplinären Perspektive herausgefordert zu werden und eine spezifische Wirkungsweise zu konzeptualisieren. Das Ziel von Animating Transformation ist es, einen Rahmen zu schaffen, der diese Diskussion ermöglicht.

    Vorgehensweise der Studie:
    Phase 1: Die Mitglieder des Projektteams erstellen jeweils eine Präsentation ihrer Arbeiten und laden ein Testpublikum mit unterschiedlichen sozialen Perspektiven ein. Das Publikum wird angewiesen, Fotos zu machen und einen narrativen Bericht über ihr Erlebnis der künstlerischen Präsentation zu schreiben/aufzuzeichnen.

    Phase 2: Die Forschenden wählen einen sozialen Raum oder eine (informelle) Institution außerhalb des Kunstbetriebs, in dem die Präsentation ihrer Arbeit sinnvoll sein könnte. Auf der Grundlage eines dialogischen Austauschs mit den Menschen, die den Raum nutzen/betreiben, entwickeln sie jeweils eine eingebettete Präsentation ihrer Arbeit. Sie dokumentieren den dialogischen Prozess und die vor Ort entstandenen Wahrnehmungen.

    Phase 3: Ausgehend von den Interessen ihrer Arbeiten gehen die Forscher:innen die Kollaboration mit jeweils einem:r Partner:in ein, der:die sich professionell mit kultureller Transformation beschäftigt. Gemeinsam mit dem:der Partner:in entwickeln sie ein Format, um ihre Ansätze zu kombinieren und zusammenzuarbeiten. Sie setzen das Format in einem bestimmten Kontext um.

    Das IfCAR-Projekt steht im Zusammenhang mit den Herausforderungen, die sich aus der globalen Klimakrise ergeben, und der Dringlichkeit, nachhaltige Entwicklungen zu unterstützen. Der Fokus des Projekts auf die Überwindung separativer Muster und die Auseinandersetzung mit dem, was rational nicht vollständig verstanden werden kann, ist jedoch auch über die Klimakrise hinaus relevant. Postindustrielle Gesellschaften sind mit vielfältigen Destabilisierungen und (geopolitischen) Polarisierungen konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist es entscheidend, ein Verständnis von künstlerischer Forschung zu etablieren, das deren gesellschaftliche Relevanz berücksichtigt und ihre Fähigkeiten berücksichtigt, zur kulturellen Transformation und zum transdisziplinären Feld transformativer Forschung und Praktiken beizutragen.

    Das Verständnis, das dieses Projekt entwickelt, ist daher nicht nur auf Transformation im Zusammenhang mit der Klimakrise und dem Knowledge-Action-Gap ausgerichtet. Es trägt zu einem Verständnis von künstlerischer Forschung als einer sozial engagierten Disziplin bei, die über den Bereich der Kunst hinaus Wirkung zeigen will, und fördert ihre ihrer Positionierung in transdisziplinären Kontexten.
     


    Projektleitung
     

    Marcel Bleuler

    Projektteam

    Ellie Kyungran Heo
    Julie Born Schwartz
    Laurence Favre
    Marit Mihklepp
    Laura von Niederhäusern
     

    Kooperationen
     

    PhD-Gruppe Transforming Environments

    Laufzeit
     

    2025-2026