Wie lässt sich der Zustand der Desorientierung und Überforderung in etwas verwandeln, das nicht mehr Angst macht, sondern neugierig? Wodurch werden verhängnisvolle Gedanken aus der Bahn gelenkt? Wie geht freiwillige Selbstgefährdung? Was passiert, wenn man Dr. Akribisch und das Wesen der Problematik zusammen mit einer Galapagosechse in einen poetischen Raum bringt? Und von welcher Art muss die Identität sein, die sich dadurch bedroht fühlt?
Ausgehend von der eigenen künstlerischen Praxis untersucht diese Dissertation Erfahrungen existenzieller Ratlosigkeit und den Umgang mit dem Nicht-Bewältigbaren. Sinnverdrehende und sinnvervielfältigende Verfahren bilden den Versuch, den eigenen Unzulänglichkeiten und Begrenzungen (der Sprache, des Denkens) mit einem heiteren Trotz zu antworten und anthropo-zentrische Fixierungen zu irritieren. Schreiben und Zeichnen, Lesen und Sammeln sind dabei Tätigkeiten, die ineinander übergehen und aufeinander einwirken. Im so entstandenen Archiv werden Fragmente fortlaufend umgeordnet und in neue Zusammenhänge gerückt. Mit dem Prinzip der Remontage verbindet sich zugleich die Hoffnung, es möge auch das eigene Denken und seine erschöpften Episteme in Bewegung geraten. Insbesondere der Bedeutungsambiguität in Text-Bild-Beziehungen und der Kraft des Witzigen kommt dabei die Funktion zu, durch (philosophische) Probleme und die Labyrinthe des Verstehens zu navigieren und Lücken für neue Wahrnehmungen aufzuspüren.
Im Zuge einer skeptischen Befragung der eigenen Bemühung um rationale Welterschliessung, Sinnbildung und der Sehnsucht nach kreativer Selbstverwirklichung gerät die Logik des autonomen Subjekts zunehmend unter kulturkritischen Verdacht. Die Arbeit bleibt dabei verstrickt in ihren eigenen Widersprüchen – und bildet gleichzeitig den Versuch, Strategien der Selbstüberlistung und Vergemeinschaftung zu skizzieren und mit Hilfe der Kunst dem Unlösbaren nicht auszuweichen.
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