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    Künstlerische Praxis und Forschung im Dialog: Das Collegium Helveticum

    Gruppenbild
    Fellows und Festivalteilnehmende während Echoes of Authority
    • Höhepunkte der Fellowship-Aktivitäten
    • Strategische Entwicklung und Partnerschaften

    Als gemeinsames Institute for Advanced Study der Zürcher Hochschule der Künste, der ETH Zürich und der Universität Zürich bietet das Collegium Helveticum einen Raum für interdisziplinären Austausch. Für die ZHdK eröffnet es damit die Möglichkeit, künstlerische Praxis und Forschung im Dialog mit Wissenschaft und Gesellschaft weiterzuentwickeln und neue Perspektiven auf bestehende Fragestellungen zu gewinnen. Durch die Zusammenführung von Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen aus unterschiedlichen Disziplinen entstehen innovativeAnsätze an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft.

    Höhepunkte der Fellowship-Aktivitäten

    Die folgende Auswahl an Fellowship-Projekten verdeutlicht die vielfältigen Verbindungen zur Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und deren aktive Rolle im Zusammenschluss. 

    Im Fellowship-Jahr 2024–2025 waren neun Early-Career Fellows und zwanzig Senior Fellows am Collegium tätig. Die Künstlerin und Forscherin Denise Bertschi entwickelte – unterstützt von den Fellows Anselm Franke (ZHdK) und Philip Ursprung (ETH Zürich) – die ortsspezifische Installation Colors of (Colonial) Chemistry. Darin untersucht sie die verflochtenen Geschichten von Farbstoffproduktion und fotografischer Chemie im Kontext der industriellen und kolonialen Vergangenheit der ETH Zürich. Die Arbeit steht exemplarisch für forschungsbasierte künstlerische Praktiken, wie sie auch an der ZHdK gepflegt werden. Ab September 2026 wird Bertschi diesen Ansatz in ihrer Funktion als Leiterin des Majors Critical Image & Situated Practices (CRISP) an der Hochschule Luzern weiterführen. 

    Die Ausstellung Interfacial Aesthetics: From Earth to Space von Senior Fellow Moran Bercovici (Technion, IL) untersuchte das künstlerische und wissenschaftliche Potenzial von Flüssigkeitsoberflächen anhand von Installationen, Forschung und spekulatives Design. Sie machte sichtbar, wie sich wissenschaftliche Forschung und künstlerische Praxis über verschiedene Massstäbe hinweg – vom Mikroskopischen bis zum Weltraum – miteinander verbinden. Dieser interdisziplinäre Ansatz zeigte sich auch in der Kooperation mit dem Theater Neumarkt. Gemeinsam entstand ein experimentielles Format: eine Theaterperformance zusammen entwickelt und umgesetzt von Künstler:innen und Wissenschaftler:innen, inspiriert von Kim Stanley Robinsons Klimaroman The Ministry for the Future. Anstelle einer konventionellen Adaption entwickelten Fellows gemeinsam mit weiteren Beteiligten eine neue theatrale Form, in der Wissenschaftler:innen und Theatermacher:innen Seite an Seite arbeiteten. Das Publikum wurde in Diskussionen darüber einbezogen, wie auf Biodiversitätsverlust, Klimamigration, Geoengineering und die grundsätzliche Frage nach geeigneten Formen der Zusammenarbeit zur Bewältigung der Klimakrise reagiert werden kann. Über vier Episoden hinweg verschränkten sich Fachwissen und performative Interventionen und erzeugten Momente, in denen die Zukunft beinahe greifbar wurde. 

    Senior Fellow Reto Geiser, Associate Professor für Architektur an der Rice University (US), entwickelte im Rahmen seines Fellowships die Ausstellung Under Construction. Sie begreift Baustellen als Spiegel kultureller, geografischer und ökonomischer Bedingungen. Die Ausstellung umfasst unter anderem fotografische Arbeiten von Marianne Mueller, Professorin Bachelor Fine Arts an der ZHdK, und macht das analytische Potenzial künstlerischer Forschung im Umgang mit gegenwärtigen räumlichen Transformationen sichtbar. 

    Die Fellow-Kohorte 2025–2026 knüpft daran an. Von den künstlerischen Fellows am Collegium gehen vielfältige Impulse aus, die exemplarisch das Potenzial künstlerischer Forschung im interdisziplinären Kontext sichtbar machen. Unter den Senior Fellows arbeitet Hanna Barbara Hölling (Hochschule der Künste Bern, CH) an einem Projekt zu «Naturecultures», das in der Ausstellung Caring for Natureculture: Glaciers im Rahmen des Zurich Art Weekend 2026 mündet. Darin werden alpine Gletscher sowohl als kulturelle Konstrukte als auch als lebendige Archive planetarer Veränderungen neu betrachtet. Jyoti Mistry (University of Gothenburg, SE) arbeitet während ihres Fellowship in Zusammenarbeit mit Annette Brütsch und Miriam Loertscher vom Departement Darstellende Künste und Film der ZHdK an einem Forschungsprojekt, das mit Montage als Methode experimentiert, um eine Filmsprache zwischen urbaner Bewegung und choreografischem Ausdruck zu erschliessen. Jill Johnson, ehemalige Director of Dance an der Harvard University (US), widmet sich der Frage, wie nachhaltige ökonomische Rahmenbedingungen für Künstler:innen und Kunstorganisationen gestaltet werden können Dabei steht sie im engen Austausch mit dem Tanz der ZHdK sowie dem Zurich Centre for Creative Economies (ZCCE). 

    Auch das Fellowship von Nina Kerschbaumer, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin im Master of Fine Arts an der ZHdK, zeigt die Ausstrahlung des Programms über das Collegium hinaus.Parallel zu ihrer Forschung kuratierte sie gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Anna Anouk Luhn, der Soziologin Victoria Seca und der Kulturanthropologin Zainabu Jallo das interdisziplinäre Festival Echoes of Authority. Damit wird veranschaulicht, welche Synergien aus dem kollaborativen Rahmen des Collegiums entstehen und wie diese in unterschiedlichen Kontexten hineinwirken. 

    Strategische Entwicklung und Partnerschaften

    Diese Entwicklungen wurden im vergangenen Jahr durch strategische Partnerschaften weiter gestärkt. Mit Unterstützung der NOMIS Foundation hat das Collegium ein neues Fellowship-Format initiiert, das international führende Forschende für Aufenthalte von fünf oder zehn Monaten nach Zürich einlädt. Dadurch werden sowohl die Zusammenarbeit mit Zürcher Forschenden und Forschungseinheiten intensiviert als auch die internationale Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Zürich nachhaltig gestärkt. 

    Nominierungen für NOMIS Senior Fellowships können von Forschungseinheiten, der Universitätsleitung oder von Fakultätsmitgliedern der ZHdK, der ETH Zürich bzw. der Universität Zürich eingereicht werden. Eigennominierungensind ebenfalls möglich, müssen jedoch von mindestens zwei etablierten Angehörigen der Partnerinstitutionen unterstützt werden. Die Partnerschaft mit der NOMIS Foundation ermöglicht es Senior Fellows zudem, künftig mehr Zeit am Collegium zu verbringen, was den Austausch weiter vertieft. 

    Ergänzt wird das Fellowship-Programm durch die Einführung eines „Sabbatical-at-Home“-Formats für Angehörige der drei Partnerinstitutionen. Professor:innen, die ihr Sabbatical, etwa aus familiären Gründen, in Zürich verbringen möchtenund zugleich ein anregendes internationales Umfeld suchen, können sich bewerben. Das Format stärkt gezielt die Vernetzung innerhalb Zürichs und darüber hinaus. 

    Insgesamt trägt das Collegium Helveticum dazu bei, die ZHdK in einem international vernetzten und interdisziplinären Forschungsumfeld zu positionieren und künstlerische Praxis und Forschung im Austausch mit anderen Disziplinen weiter zu profilieren. 

    Marijke Hoogenboom, Leiterin des Dossier Forschung und Mitglied im Governing Board des Collegium Helveticum
    Mick Lehmann, Leiter Kommunikation des Collegium Helveticum


    → Mehr Informationen zum Collegium Helveticum
    → Mehr Informationen zum NOMIS Senior Fellowship und Sabbatical-at-home Fellowship