DIPLOMPROJEKT
ich habe lange über gebrochene herzen nachgedacht, bevor du mich besucht hast.
der riss im sein. melancholia cordis: der tiefe, schwermütige schmerz im herzen, die existenzielle entzweiung, die lähmende einsamkeit, die unerwiderte herzensstille. das tako-tsubo-syndrom.
ich habe über geöffnete brustkörbe und offengelegte, stillgestandene herzen nachgedacht. da wird reingefasst und umgestellt, dinge werden auf- oder abgeschnitten, neu verkabelt und zugelötet. vielleicht wird auch ein ersatzteil eingenäht oder zum zusammenwachsen mit dem gewebe platziert. es macht sinn dass man sich danach anders fühlt - komisch, angefasst, verändert oder eben dankbar.
herz, cor oder kardia/cardia - ein muskulären hohlmuskel, die zentrale pumpe, der spiegel der gefühle, der sitz der seele oder ein herzmuskel namens myokard.
MITWIRKENDE
Spiel: elisa alge, meret jelena yuki schöpfer, ele(na) albertini, eva busekros
Kostüme: charlotte christen
Bühnenbild & Ausstattung: blanca bosshard
Dramaturgie & Regieassistenz: anais rufer
BIOGRAFIE
Siri Freytag (26, Bern) studiert seit 2022 Theaterpädagogik (BA) an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Ihre Arbeit ist stark durch ihr Studium der Gender Studies (BA) an der Universität Basel geprägt. Siris künstlerisches Schaffen setzt sich kritisch mit genderspezifischen Erleben und Erinnern, Prozessen der Selbstermächtigung und -Fürsorge auseinander. Sie verhandelt Erfahrungsräume und versucht, kollektive Prozesse zu gestalten.