Die Masterthesis untersucht Fermentation als kuratorische Praxis und fragt, wie sich deren Prinzipien auf ein ortsspezifisches kuratorisches Konzept übertragen lassen. Ausgangspunkt ist die Fragestellung, wie Kuratieren jenseits von Kontrolle als prozessuale, relationale und zeitlich offene Praxis verstanden werden kann. Ausgehend von Laura Bodenmanns Doppelrolle als Köchin und Kuratorin wird der Alpenhof in Appenzell Oberegg als aktiver Mitakteur betrachtet, dessen räumliche, kulinarische, materielle und soziale Bedingungen den kuratorischen Prozess wesentlich prägen. Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Fermentation als Denkfigur sowie Ansätze des Mit-Denkens und der Ko-Existenz beleuchtet, und einen konzeptionellen Teil, der diese Überlegungen in ein konkretes kuratorisches Modell überführt. Zentrale These ist, dass Fermentation ein produktives Modell für die kuratorische Praxis darstellt, da sie Offenheit, Sensibilität für leise Prozesse sowie den Umgang mit Unvorhersehbarkeit fördert. Im Rahmen von drei BUBBLES werden kuratorische Interventionen entwickelt, die Transformation zulassen. Kuratieren wird hier als lernender Prozess verstanden, der eine Bühne schafft, um auf leise, unsichtbare und häufig übersehene Phänomene innerhalb gesellschaftlicher Zusammenhänge aufmerksam zu machen.