In ihrer Masterarbeit untersucht Gabriela Vieira das Verhältnis zwischen Mensch und Hund als einen verkörperten Prozess gemeinsamer Welterzeugung. Die Arbeit entsteht aus der Spannung zwischen stationärer Schreibarbeit und dem Bedürfnis ihres Hundes Pini nach Bewegung: Im Wechselspiel zwischen dem Tippen am Laptop und seinem nervösen Tappen in der Wohnung, das immer wieder zur gemeinsamen Welterkundung auffordert, wird Pini zum Mitgestalter von Form und Inhalt der Arbeit.
Als Veranschaulichung dieser geteilten Welt nähert sich der Kurzfilm "Auf Schritt und Tritt" der Intensität ihres Alltags an und macht das Wesen einer Beziehung sichtbar, die sich jenseits von Worten im gemeinsamen Handeln ausdrückt. Als eine künstlerische Suche erschliesst das Projekt neue Formen verkörperten Wissens und begreift die gelebte Beziehung nicht nur als Gegenstand, sondern als ontologische Bedingung der Arbeit selbst: als ein gemeinsames Erzeugnis, das ohne das Gegenüber nicht existieren würde.