In ihrer Masterarbeit nimmt Laura Gubler eine familiäre Leerstelle – die ausgelöschte Existenz ihrer Urgrossmutter Frieda – zum Ausgangspunkt einer methodischen und künstlerischen Untersuchung, die der Frage folgt, wie die Leerstelle selbst ästhetisch erfahrbar werden kann. Die Arbeit begreift die Leerstelle nicht als Mangel, sondern als eine eigene, diffuse Form. Statt dem Unmöglichen Versuch einer Rekonstruktion des Verlorenen etabliert die Arbeit eine kritische Praxis an den Rändern dieser Abwesenheit, die sich dem Akt des Vergessens widersetzt und gerade in der Unsicherheit das Potenzial für andere Verbindungen und Möglichkeiten eröffnet.
In dieser Randzone werden ästhetische Denkbewegungen wie das Zweifeln, Aushalten, Springen und Kreisen zu Werkzeugen einer verkörperten Annäherung. Die künstlerische Praxis übersetzt diese Suche in Spuren und Schichtungen, die das Ringen mit dem Nicht-Wissbaren sichtbar machen. Die Leerstelle wird erfahrbar, indem sich ihre diffuse, fragmentarische Form in der ästhetischen Form der Auseinandersetzung spiegelt und ihr einen eingebetteten Raum zum Existieren gegeben wird.