Diese Arbeit beschäftigt sich mit den alltäglichen Orten und den Dingen, die diesen Orten Bedeutung geben. Sie folgt der These, dass der Raum, in dem wir leben, nicht neutral ist, sondern durch materielle Dinge in einer bestimmten hegemonialen Ordnungslogik stabilisiert wurde. Sie geht der Frage nach, ob durch Neuordnung dieser Dinge die hegemoniale Logik befragt und neu ausgehandelt werden könnte. Aufbauend auf den Raumtheorien von Doreen Massey und Henri Lefebvre und ergänzt mit Ideen des neuen Materialismus und der Affekttheorien von Karen Barad und Sara Ahmed schafft sie eine theoretische Grundlage für eine mikrokuratorische Taktik. Eine Taktik, die alle Dinge als Werkzeug sieht, um die Bedeutung von Orten zu verschieben und dadurch auch Raumordnung neu auszuhandeln. Sie versteht Orte als prozessuale und relationale Gefüge von unterschiedlichen Akteur:innen und als Ausgangslage für ein kuratorisches Handeln, das im Kleinen und Flüchtigen agiert: Unordnung schafft.