Praktiken der künstlerischen Intervention


Artist as Workers: Autonomy, Precarity and the Politics of Unpaid Labor
Katja Praznik (Buffalo)

The role of the state in the politics of unpaid cultural labor during the demise of the welfare state represents one of the most pressing issues for artist and cultural producers. Considering the rise of neoliberal tendencies in cultural policy regulations for artistic labor during the transition form socialism to capitalism, and more broadly, the rise of precarious working conditions in the realm of cultural production in Eastern Europe, Katja Prazniks' research has shown that claims for artistic autonomy have proved counterproductive as a political tool for improving the working and living conditions for artists and cultural producers. Instead, she argues that claims for artistic autonomy are in fact an obfuscation of economic foundations of art production. However, the ongoing neoliberal attack on public goods and commons demands that we reexamine the notion of artist as worker. She points out that the distinction between cultural labor from other types of labor produces a contradiction which locks the cultural producers in the circuits of unpaid reproductive labor.

What are the effects of specialized cultural policy measures for cultural labor? How relevant are they for the improvement of cultural producers’ working conditions? In addressing these questions, Katja Praznik will focus on some of the key terms that encompass the struggle concerning cultural labor, such as autonomy and precarity. By analyzing these terms and their tactical relevance in concrete political situations, her presentation will probe the function of unpaid cultural labor in the reproduction of capitalist political economy.

 

22. September 2014, 19:00
ZHdK, Raum 5.K11
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich

Rroma Jam Session Art Kollektiv

Das Rroma Jam Session Art Kollektiv thematisiert Diskriminierung und Stereotype, mit denen Rroma konfrontiert sind, bearbeitet diese mit künstlerischen Mitteln und fordert auf gesellschaftspolitischer Ebene Rechte für Rroma ein.
Das RJS Art Kollektiv sind KünstlerInnen, die in den Sparten Performance, Musik, Theater und Grafik aktiv sind, und wurde im Juni 2013 von Mo Diener und RR Marki gegründet. Zurzeit wirken im RJS Art Kollektiv Mo Diener (Performance- und Medienkünstlerin), Eva Merckling-Mihok (Saxophonistin, Sängerin, DJ, Medienkünstlerin), Milena Petrovic (Schauspielerin) und RR Marki (Roma Aktivist, Grafiker, Radioaktivist).

Rroma Jam Session Art Kollektiv si kerdo ko Juni 2013 tari Mo Diener taj RR Marki. O Kollektivo si Performance Medium, kova so lel than mashkar ko Manushikane puchiba. RJS Art Kollektiv si aktiv Artistora andar Performance, Musika, Teatro, Grafika. O Cili  e Kollektivesko si Diskriminacia taj Stereotipia upra ko Roma te tematirizinenpes taj ko Art chani te kerelpes Hako te rodelpes.

Zu Gast in der Vertiefung Theorie/ BA Medien & Kunst gibt das RJS Art Kollektiv am Tag der offenen Tür Einblick in den Stand seiner momentanen Recherchen.

 

27. September 2014, 13:00
ZHdK, 7.Rampe, Vordach
Set1: Tableaux vivants
Statements in einem Fotostudio.

27. September 2014, 17:00
ZHdK, 5.Rampe
Set 2: what is the color of your car? - savi farba si to vurdon?

Choreografie in einem Filmset. 


Illegalität, Ideologie und Irritation im Werk der Zelle Asphaltkultur
Robert Kaltenhäuser

Die Zelle Asphaltkultur ist mit ihrem Werk in mehrfacher Weise ein Fremdkörper. Im Bereich des illegalen Graffiti und Trainbombings (Graffiti auf Zügen) durch ihre stilistische und inhaltliche Abweichung, sowie im Bereich der kritischen und engagierten Interventionskunst durch ihre politisch-moralische Unsauberkeit und fehlende Linientreue. Spricht aus diesen Werken reiner Nihilismus oder eine besonders elaborierte Form von Ideologiekritik? Diverse Antifa-Gruppen waren not amused und führten einen «Diskurs an der Wand» (Harald Hinz), indem sie die Werke übermalten – und damit vielleicht nur vervollständigten.

 

6. Oktober 2014, 19:00
ZHdK, Raum 7.K10, Ebene 7
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich

Experiments with Overidentification: an Anti-humanist Attack on Greek Social Paternalism
Kostis Stafylakis (Athen)

In the recent years of crisis and social unrest, various forms of artistic and cultural activism emerged. What kind of conclusion can we draw from public didactic performances during the summer of the Greek indignados (2011)?

Some activist models function in a spontaneist fashion with expressions of insurrection. Some others attempt to challenge the wider ideological consensus that often overdetermines both «power» and «resistance». While humanist activism embraces theories of immanent change via «communization», an anti-humanist approach has to question the repertoire of political spontaneism and problematize the self-explanatory references to “community”. This attempt would be impossible without an exploration of the subjects’ own involvement in the reproduction of oppressive, paternalist, traditionalist structures often reproduced by the insurrected multitude. Recent discussions on practices of «overidentification» can offer a framework for such a shift.

 

3. November 2014, 19:00 Uhr
ZHdK, Kunstraum 5.K12, Ebene 5
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich

Zurückschauen, um vorwärts zu gehen: künstlerische (Alltags)-Praxen zwischen Dominanz, Widerstand und Vision
Sandrine Micossé-Aikins (Berlin)

Gesellschaftliche Strukturen wirken genauso in Kulturinstitutionen hinein wie auch in andere Bereiche des Alltags. Die Kritik an rassistischen Darstellungspraxen in der deutschsprachigen Theaterlandschaft sowie an den marginalisierenden und diskriminierenden Strukturen vieler Kulturinstitutionen, aber auch die Diskurse, die entlang dieser Kritik entstanden sind, verweisen auf massive Lücken in der Auseinandersetzung mit den historischen, geopolitischen und transmedialen Zusammenhängen, die die zeitgenössische Kulturpolitik prägen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Kolonialität Bildproduktionsprozesse und Bildpolitik prägt und wie sich visuelle und konzeptuelle Bilder gegenseitig beeinflussen. Dabei geht es auch darum, die häufig konstruierte Trennung zwischen "Kunst" und "Realität" infrage zu stellen. Letztlich soll auch ein Blick auf widerständige (alltags-)künstlerische Praxen geworfen werden, die vor allem marginalisierte Gruppen und Individuen verwenden, um sich gegen die in Bildern enthaltenen kolonialen Zuschreibungen zu wehren und Utopien einer besseren Gesellschaft zu entwerfen.

 

17. November 2014, 19:00
ZHdK, Raum 7.K10, Ebene 7
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich

(cc) Man on a tame zebra jumping a fence in East Africa, created/ published: between 1890 and 1923. [https://flic.kr/p/53aHz9]

Der Standpunkt der Aufnahme. Politische Verhältnisse in der Filmarbeit
Tobias Hering (Berlin)

«Der Standpunkt einer Aufnahme ist bereits eine Stellungnahme zur Sache», heisst es in einem Text, in dem sich Zürcher Videoaktivist_innen mit ihrer Rolle in den Strassenkämpfen im «heissen Sommer» 1980 auseinandersetzten. Es ging um das Agieren mit der Videokamera, einem damals noch recht neuen Werkzeug, das aber bereits im Ruf stand, eine «Waffe» zu sein. Ein Ergebnis der Reflexion war eine Klärung des Anfangs: politisch ist bereits, wo man sich mit der Kamera platziert, was man filmt und aus welcher Distanz. Ausgehend vom mehrdeutigen Begriff des «Standpunkts», der eine Position im Raum meinen kann, sich aber auch ideologisch aufladen lässt, untersucht der Vortrag unterschiedliche Momente der Politisierung in der Filmarbeit und greift dabei auf Beispiele aus einer gleichnamigen Filmreihe im Berliner Kino Arsenal zurück.

 

15. Dezember 2014, 19:00 Uhr
ZHdK, Kunstraum 5.K12, Ebene 5
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich

Filmstill Nationalité Immigré (Sidney Sokhona, 1975). Quelle: Arsenal - Institut für Film und Videokunst. Dank an Bouba Touré.

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