Allgemeine Informationen
Der Studienschwerpunkt Komposition für Film, Theater und Medien positioniert sich im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und eigenständiger kompositorischer Profilierung einerseits und der Funktionalität und Anwendungs- und Marktorientierung von Komposition andererseits. Der Fokus liegt dabei weniger auf einer bestimmten stilistischen Ausprägung - die Bandbreite kann von Jazz, Rock, Pop und klassischer Musik bis hin zu alter und neuer Musik reichen -, sondern vielmehr auf einer Art und Weise der Musikproduktion, die sich in verschiedene funktionale Kontexte einpassen kann. Die Anbindung an die entsprechenden Medien wie Film, Fernsehen, Radio, Theater oder an die Neuen Medien gehört dabei ebenso zu den Zielen des Studiums und der zukünftigen Berufspraxis wie der Umgang mit den Eigenheiten des Kulturbetriebs und der Unterhaltungsindustrie.
Die Ausbildung auf der Masterstufe ist stark projekt- und praxisorientiert. So befindet sich der Schwerpunkt Komposition für Film, Theater und Medien im Rahmen der Zürcher Hochschule der Künste in einem schweizweit einzigartigen Schnittpunkt, der eine realitätsnahe Ausbildung beispielsweise im Bereich der Filmmusik ermöglicht. Nirgendwo sonst in der Schweiz treffen Komponisten, Dirigentinnen, Musiker, Tonmeisterinnen (der Musikausbildungen) sowie Schauspieler, Szenographinnen und Filmregisseure (der Film-Studiengänge) innerhalb einer Institution aufeinander.
Ein zentrales Ausbildungselement ist die
Studio Session, die Teil eines Musikproduktions-Projektes ist. Dabei werden die Kompositionen, die oft unter Zuhilfenahme des Computers entstehen, mit Instrumentalist/innen und / oder Sänger/innen eingespielt. Die
Studio Sessions stellen dabei eine reelle Aufnahme-Situation dar, wie man sie auch in der Industrie antrifft: Dies bedeutet, dass die Zeit stets auf das Notwendigste limitiert ist und die Musikerinnen und Musiker meistens "vom Blatt" lesen. Die Kompositionsstudierenden haben die Möglichkeit, ihre Kompositionen unmittelbar der klanglichen Realität auszusetzen und die Wirksamkeit für den geforderten Kontext zu testen. Besonders aus dem Pre- und Postproduktionsprozess, der oftmals oftmals aus einer Synthese von elektronisch produzierter Computermusik und akustisch eingespielter Musik besteht, ergeben sich weitere interessante und ergiebige Lernsituationen.
Die Arbeit in einem komplexen Team, die Begegnung mit anderen Medien und Künsten, der Umgang mit Technologien und deren "state of the art" wird dabei nicht nur simuliert, sondern kann innerhalb von Projekten in einer Art und Weise stattfinden, die auch der beruflichen Realität entspricht. Auch ausserhalb des engeren Schulkontextes wird im Bereich Film eine praxisnahe Ausbildung angestrebt: So findet im Rahmen der
"Solothurner Filmtage" und in Zusammenarbeit mit dem
Forum Filmmusik jährlich eine
Projektwoche mit Studierenden der ZHdK statt; die Studierenden haben zudem die Möglichkeit beispielsweise ein
Praktikum in der Film- oder Musikindustrie zu absolvieren. Die Ausbildung im Schwerpunkt Komposition für Film, Theater und Medien qualifiziert aber, je nach gewählter individueller Ausrichtung, neben der Filmmusik auch zur
Tätigkeit in anderen medialen Kontexten: Sie reicht von der Vertonung von Hörspielen über die Arbeit in der Werbeindustrie bis hin zur Komposition für das Fernsehen oder das Theater.