Ästhetik@Subversion 2011

Mittwoch, 2. März 2011, 19:30 Uhr
Manuela Bojadzijev (Berlin) für Ultra-red

What is the Sound of _ _ _ _ _ _ _ _ _ _?

Wie klingt eigentlich Armut? Und wie Rassismus? Können wir die Kämpfe der Migration hören? Die Sound Art-Gruppe Ultra-red arbeitet seit Jahren an radikalen Methoden der Forschung für ihre Soundarbeit und knüpft dabei an solche an, die im Rahmen von politischen Bewegungen entstanden sind: Militante Untersuchungen in den autonomen Bewegungen in Italien und an anderen Orten Europas, der Bewegungen der educación popular in Lateinamerika und der Participatory Action Research, die im post-kolonialen Kontext entstanden sind. Dieses Engagement ermöglicht es ihnen über künstlerische Praktiken nachzudenken, die zu sozialen und politischen Bewegungen jenseits der Bildproduktion beitragen. Zugleich geht es damit um Wissensproduktionen im Ästethischen, die mit konventionellen Formen von Aktivismus brechen. Manuela Bojadzijev stellt diese Arbeit vor und erklärt, warum die Mitglieder von Ultra-Red die Praxis des Hörens und nicht die Aufnahme von Sounds in den Vordergrund rücken.

Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

Förrlibuckstrasse 62, 8005 Zürich, 2. OG, Foyer
http://vth.zhdk.ch

Tate Britain Museum, 2008



Mittwoch, 16. März 2011, 19:30 Uhr

Claudia Bosse (Wien)

Theatrale Raumproduktionen

Claudia Bosse ist Regisseurin und künstlerische Leiterin der Wiener KünstlerInnenformation theatercombinat. In ihren Produktionen erschafft sie experimentelle Aktions- und Wahrnehmungsräume zwischen Theater, Installation, Choreografie, Performance und Diskurs. Ihre raumspezifischen Projekte entstehen in Zeiträumen von einer Woche bis zu vier Jahren und umfassen Stadtinterventionen, Raumchoreografien, chorische Sprachchoreografien, Theaterentwürfe mit anderen Öffentlichkeiten, Installationen, sowie Diskurse zu Theorien der Praxis.
www.theatercombinat.com


Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Hafnerstrasse 39 (Dittinghaus), 1. OG, Raum 101
http://vth.zhdk.ch


 

Mittwoch, 30. März 2011, 19:00 Uhr
Bert Theis und Mariette Schiltz (Milano)

Von der site-specificity zur fight-specificity.
Künstlerische und politische Praxis in der Mailänder Isola

 

 

Seit zehn Jahren opponieren Künstler, Aktivisten, Philosophen und Einwohner gemeinsam gegen das größte neoliberale Stadtentwicklungsprojekt in der norditalienischen Metropole. Das Projekt wird von der Rechts-Konservativen Stadtregierung Mailands und der Region Lombardei in Zusammenarbeit mit italienischen und US-amerikanischen Kapitalgruppen vorangetrieben. Die Auseinandersetzung bietet die Gelegenheit, instituierende Praxen zu experimentieren und das Konzept einer Stadtentwicklung von unten ansatzweise umzusetzen. Während in einer ersten Phase der Kampf um den öffentlichen Raum im Mittelpunkt stand, geht es nach der Konkretisierung der Immobilienprojekte heute mehr um die Gentrifizierung des Viertels und das Recht auf Stadt der Einwohner. Der Vortrag illustriert und reflektiert das Vorgehen von Isola Art Center und out-Office for Urban Transformation, von den Initiativen im öffentlichen Raum über die Besetzung einer ehemaligen Fabrik zur Schaffung eines Kunstzentrums neuen Typs, als Diaspora ohne festen Wohnsitz im Isola-Viertel.

Corner College
Perla-Mode, Langstrasse 84 / Brauerstrasse 37, 8004 Zürich
www.corner-college.com

 



Mittwoch, 13. April 2011, 19:00 Uhr
Marion Hamm (Luzern)

Euromayday - eine soziale Bewegung zwischen künstlerischem Aktivismus und politischer Kreativität

Mit den Euromayday Paraden der Prekären hat der erste Mai als internationaler Kampf- und Festtag der Arbeiterbewegung in vielen europäischen Städten ein upgrade erfahren. Wie vor 120 Jahren sind Arbeits- und Lebensbedingungen auch heute verbesserungswürdig. Anhand von Bildern von Euromayday Paraden in Mailand, Hamburg, Malaga, Terrassa und London wird aufgezeigt, was der Multitude von flexibilisierten und prekarisierten, bezahlten und bezahlten Wissens- Sozial-, Service- und KulturarbeiterInnen an ihrer Situation stinkt, wie für sie 'das gute Leben' aussieht und wie sie eine grundlegende Veränderug der Gesellschaft vorantreiben: Mit den Mitteln der Kreativität, des intervenierenden Aktivismus und der radikalen Politisierung des Alltags.

Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

Förrlibuckstrasse 62, 8005 Zürich, 2. OG, Foyer
http://vth.zhdk.ch


Mittwoch, 27. April 2011, 19:00 Uhr
Jorinde Reznikoff / KP Flügel (Hamburg)

BOMB IT, MISS.TIC! Aspekte der Entwicklung der Street-Art zwischen Revolte und Kommerzialität

(Buchpräsentation)

Jorinde Reznikoff und KP Flügel skizzieren Miss.Tic‘s libertinären Feldzug durch gentrifizierte Stadt- und kommerzialisierte Kunsträume. Für Miss.Tic hat sich nie die Frage nach dem Widerspruch von Street Art als subversivem Ausdrucksmittel und der Galeriekunst als gleichermaßen profitverdächtiger Geldanlage wie bürgerlicher Reputationsstruktur gestellt. Das wirft Fragen auf, auch die, ob von der Künstlerin weitere erotisierende Aufbrüche und revoltierende Durchbrüche zu erwarten sind?

Cabaret Voltaire

Spiegelgasse 1, 8001 Zürich

www.cabaretvoltaire.ch


Mittwoch, 5. Oktober 2011, 19 Uhr
Oliver Ressler (Wien)

From site-specific to fight-specific

Oliver Ressler Installationen, Arbeiten im Außenraum, Filme und kuratierte Ausstellungen rekurrieren auf Themen wie Ökonomie, Demokratie, Rassismus, Widerstandsformen und gesellschaftliche Alternativen. Ressler Position ist dabei immer parteiisch, die Grenzen zwischen Kunst und Aktivismus verschwimmen. «Wie andere KünstlerInnen, die es darauf abgesehen haben, sich direkt in die politische Sphäre einzubringen, behandelt Ressler die Ästhetik praktisch, als eine Reihe von Werkzeugen, mit denen man einen Job erledigt. Zu diesem Zweck besteht seine Arbeit einmal aus Postern und Videos, ein anderes Mal bezieht sie architektonisch kontingente visuelle Elemente mit ein oder sie benutzt organisatorische oder pädagogische Situationen, um öffentliche Diskussionen und Debatten auszulösen. [...] Resslers Anspruch, sich zwischen verschiedenen, Fiktion und Nicht-Fiktion verbindenden Räumen hin und her zu bewegen, hebt die Gefahr hervor, die KünstlerInnen für die Ordnung der Dinge darstellen können», schreibt Gregory Sholette. In seinem Vortrag wird Ressler eine Auswahl seiner Projekte vorstellen und über die unterschiedlichen Stränge und Ansätze sprechen, die seine künstlerische Praxis ausmachen.
www.ressler.at

Corner College
Kochstrasse 1
8004 Zürich
www.corner-college.com

“Resist to Exist”, Billboard 366 x 244 cm, öffentlicher Raum in Kopenhagen, 2011


Mittwoch, 19. Oktober 2011, 20:30 Uhr
Christoph Schäfer (Hamburg)

Die Stadt ist unsere Fabrik

(Buchpräsentation)

«Die Stadt ist unsere Fabrik» ist ein Bildessay in 158 Zeichnungen. Der Hamburger Künstler Christoph Schäfer erzählt in sechs Kapiteln eine rhizomatische Geschichte des Urbanen: vom Ur-Schlamm bis zur «Recht auf Stadt»-Bewegung in Hamburg. Im postindustriellen Zeitalter, so die These, wird die Stadt selbst zum zentralen Produktionsort. Im urbanen Gewebe spielen Subkulturen, KünstlerInnen und räumliche Aneignungspraxen eine bedeutende Rolle: sie produzieren kollektive Räume, erfinden Orte des Begehrens. In einer Gesellschaft, in der Leidenschaft und Arbeit, Privatheit und Professionalität zunehmend schwieriger zu unterscheiden sind, wird der Kampf um die Stadt zu einem Kampf um die Produktionsmittel – zu einem Kampf um das Recht auf Stadt.

Paranoia City Buchhandlung
Ankerstrasse 12, 8004 Zürich
www.paranoiacity.ch


Mittwoch, 2. November 2011, 19 Uhr
Stefanie Lorey (Hamburg)

Sammeln und Ordnen. Systematik einer künstlerischen Arbeitsweise bei vor Ort vorgefundenem oder recherchiertem Material

Stefanie Lorey arbeitet seit 2001 zusammen mit Bjoern Auftrag unter dem Label Auftrag : Lorey an Projekten, die sich an der Grenze zwischen Theater und installativer Kunst bewegen. Die Arbeiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihr Material anhand der lokalen Umstände und Gegebenheiten entwickeln und mit einer klaren formalen Struktur kombinieren und so dem Unvorhergesehenen und Unberechenbaren, das zwischen Bühne und Zuschauerraum, zwischen dem Präsentierten und seiner Wahrnehmung entstehen kann, Raum geben. Das Regiekollektiv arbeitet sowohl im freien Theaterbereich als auch an städtischen Bühnen im In- und Ausland. Stefanie Lorey wird einige ihrer Arbeiten vorstellen, mit einem besonderen Fokus auf die Theaterarbeit «Standbild», die sie für das Goethe Institut im September 2011 in Alexandria realisiert hat.

Theaterhaus Gessnerallee
Gessnerallee 8, 8001 Zürich, Proberaum P0
www.gessnerallee.ch

Johannesburg, "Wispering Wall"


Mittwoch, 30. November 2011, 19 Uhr
Kathrin Lehnert und Thomas Klauck (Berlin)

Aktiviere dich selbst - Mit der Absageagentur
das eigene Profil optimieren

Die Absageagentur wurde im Jahr 2005 als Persiflage auf die Neugestaltung der Agentur für Arbeit im Rahmen der «Hartz IV-Reform» gegründet. Nachdem sie knapp zwei Monate ein Büro in Berlin-Kreuzberg betrieb und dort gleichermaßen AnwohnerInnen und JournalistInnen zur Verfügung stand, siedelte sie in eine städtische Galerie in Berlin-Moabit um und wurde seither auch von der Kunstwelt wahrgenommen. Seit 2006 ist sie als mobiles Büro im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs. In Österreich wurde in Anlehnung an den dortigen «Arbeitsmarktservice» ein «Absageservice» gegründet. Die Absageagentur hat außerdem für eine Ausstellung der NGBK Berlin das Projekt «Ausgliederungsservice» ins Leben gerufen.
www.absageagentur.de

Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Förrlibuckstrasse 62, 8005 Zürich, 2. OG, Foyer
www.zhdk.ch