Augenhöhe

Norina Binkert, Damaris Bucher, Myrta Moser
Selbständige Projektkonzeption, 6. Semester


Die Lebenswelten von Menschen mit und ohne geistige Behinderung sind in unserer Gesellschaft zum Teil stark getrennt. Im Projekt Augenhöhe wurde die Frage bearbeitet, wo Berührungspunkte und Begegnungen auf Augenhöhe über neuartige gestalterisch-künstlerische Angebote stattfinden können.

Künstlerisch-gestalterische Tätigkeit ist in hohem Masse kreative Tätigkeit. Kreative Aktivität entsteht aus dem Inneren einer Person heraus und beeinflusst das Selbstbild des einzelnen Menschen. In der kreativen Arbeit wird Selbstbestimmung erfahren und Teilhabe an Gesellschaft und Kultur ermöglicht. Das Ideen- und Handlungsspektrum wird erweitert. Denn «kreatives Handeln ermöglicht die konstruktive Bearbeitung unterschiedlicher Probleme in Form von Versuch- und Irrtumshandeln ohne negative Konsequenzen» (Schuppener 2005). Wahlmöglichkeiten werden während einem kreativen Prozess bewusst erfahrbar. Dies unterstützt insbesondere Menschen mit geistiger oder Mehrfach-Behinderung in ihrer Autonomieentwicklung.

Das Konzept Augenhöhe strebt die Einrichtung einer Ateliergemeinschaft an, in der unterschiedliche KünstlerInnen arbeiten und sich austauschen. Augenhöhe gewährleistet insbesondere KünstlerInnen mit geistiger oder Mehrfach-Behinderung den Zugang zu einem Atelierplatz. Die KünstlerInnen gehen selbstbestimmt ihren eigenen gestalterischen Themen nach. Alle Kunstschaffenden bei Augenhöhe werden nach Wunsch von Fachpersonen in ihrem künstlerisch-gestalterischen Prozess inhaltlich und technisch professionell unterstützt und begleitet. Das gemeinsam genutzte Atelier fördert Kontakt und Austausch zwischen den KünstlerInnen. Augenhöhe unterstützt den Aufbau eines Netzwerkes im Kultur- und Kunstbetrieb.

Das Projekt Augenhöhe wird von den Initiantinnen nach Abschluss des Studiums weiter verfolgt.

Kontakt: www.augenhoehe.ch