
Die Schauspielerin Susanne-Marie Wrage und der Regisseur Andres Veiel über «Der Kick» (2006). Moderation: Margit Eschenbach
Margit Eschenbach: Susanne-Marie Wrage, en passant habe ich gehört, dass Sie sagten, Sie hätten den Film noch nicht gesehen. Wie kommt das?
Susanne-Marie Wrage: Ich habe bisher wirklich nur Ausschnitte gesehen. Das hat den einfachen Grund, dass ich das Stück nach wie vor spiele. Wir machen das jetzt seit vielen Jahren und es geht immer weiter. Ich habe eigentlich keine Lust, mir dabei zuzugucken. Weil ich anschliessend wieder auf die Bühne gehe und mich wieder in die Figuren versenke. Ich will gar nicht wissen, wie die Wirkung ist oder welche Optik das hat.
Eschenbach: Andres Veiel, wie kommt man darauf, die vielen Personen des Stücks von zwei Schauspielern spielen zu lassen? Und wie findet man Schauspieler, die diese immense Arbeit bewältigen können?
Andres Veiel: Susanne kannte ich schon von der Arbeit. Sie kann auch im Theater mit dem Begriff der Feinstofflichkeit gut arbeiten. Deswegen war klar,
dass ich ihr viel zutrauen kann und will. Susanne hat den Kontakt zum Theater Basel hergestellt, wo sie war; ich hatte das Angebot des Maxim Gorki Theaters. Das war eine doppelte Vernetzung. Den männlichen Schauspieler zu finden war sehr schwer. Er musste mehr Qualität mitbringen, vom Alter her nach oben und unten spielen, die Jungenhaftigkeit haben, aber auch den Staatsanwalt darstellen. Wir hatten einen richtigen Verschleiss an Kandidaten, die wir haben vorsprechen lassen.
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