Kulturelle Übersetzungen
Hrsg. Anika Keinz, Klaus Schönberger und Vera Wolff
Was passiert, wenn Objekte, Begriffe, soziale und künstlerische Praktiken aus einem spezifischen Kontext in andere Zusammenhänge transferiert werden? Wie lassen sich die politischen und sozialen Verhandlungen beschreiben, die solche Prozesse strukturieren?
In den aktuellen Debatten der Kulturwissenschaften spielt der Begriff der Übersetzung eine wichtige Rolle. Er bezeichnet neben der Übertragung fremdsprachiger Texte auch den Import und Export von Kulturgütern sowie die Aneignung von Wissensformen. Für die Analyse interkultureller Praktiken ist er zu einem Schlüsselbegriff avanciert. Kunsthistoriker, Volkskundler, Medien- und Kulturwissenschaftler erproben in diesem Buch die Tauglichkeit des Übersetzungsbegriffs für die Analyse von künstlerischer und kultureller Traditionsbildung.
Aus unterschiedlichen Perspektiven wird nach den medialen und historischen Bedingungen kultureller Austauschverhältnisse gefragt und so ein neuer analytischer Zugang zur Kunst und Kultur der Moderne gesucht.
Reimer-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-496-02833-8

Streifen und Glätten 1.
Fabriken des Wissens
Gerald Raunig
Der Autor entwirft die Universität als Territorium der doppelten Modulation. Die Modularisierung, Kerbung und Rasterung des Wissens und seiner Subjekte geht einher mit neuen Formen der Modulierung als Selbstregierung, als maschinische Glättung, als dienstbare Deterritorialisierung.
Vor diesem Hintergrund verhandelt der Text Möglichkeiten der Wiederaneignung innerhalb und außerhalb des Raums der Universität: von der Figur des ausstehenden Lehrers über die Erfindung des transversalen Intellekts bis zu den konkreten Besetzungsbewegungen der letzten Jahre. Entlang all dieser Linien ereignen sich Reterritorialisierungen, in der Begrifflichkeit von Gerald Raunig neue Weisen, die Fabrik-Universität als Ort der Verdichtung zu nutzen, das Territorium sanft zu kerben, den Raum zu streifen.
diaphanes, Berlin/Zürich l 96. S. l ISBN 978-3-03734-213-8
diaphanes

Streifen und Glätten 2
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Industrien der Kreativität
Gerald Raunig
Im zweiten Teil von ›Streifen und Glätten‹ geht es zunächst um das kulturelle Feld, das in den letzten Jahrzehnten unter dem Zeichen der »creative industries« neu geordnet wurde. KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen fungierten dabei als Vorhut der postfordistischen Ausbeutung von Affekten, Kommunikation und Kreativität. Der neoliberale »industrial turn« bringt eine Deterritorialisierung der Zeitregime, mit der nun die ganze Zeit der postindustriellen Subjekte in Wert gesetzt wird.
Dieser dienstbaren Deterritorialisierung der Zeit setzt Gerald Raunig eine ganz andere Form der Industrie entgegen: eine ungefügige »Industriosität«, die Hand in Hand geht mit einer selbstbestimmten Reterritorialisierung von Zeit und Raum. In den Besetzungsbewegungen des Jahres 2011 – von der Kasbah in Tunis und dem Tahrir-Platz in Kairo über die M-15 Bewegung in Spanien und die Besetzungen des Rothschild-Boulevard in Tel Aviv bis zur occupy-Bewegung des Herbst 2011 – äußert sich diese Wiederaneignung der Zeit als zentraler Aspekt der Entwicklung neuer Organisations- und Lebensformen.
diaphanes, Berlin/Zürich l 96. S. l ISBN 978-3-03734-221-3
diaphanes

Critique of Creativity: Precarity, Subjectivity and Resistance in the ‘Creative Industries’
Gerald Raunig / Gene Ray / Ulf Wuggenig (Hg.)
Creativity is astir: reborn, re-conjured, re-branded, resurgent. The old myths of creation and creators – the hallowed labors and privileged agencies of demiurges and prime movers, of Biblical world-makers and self-fashioning artist-geniuses – are back underway, producing effects, circulating appeals. Much as the Catholic Church dresses the old creationism in the new gowns of ‘intelligent design’, the Creative Industries sound the clarion call to the Cultural Entrepreneurs. In the hype of the ‘creative class’ and the high flights of the digital bohemians, the renaissance of ‘the creatives’ is visibly enacted. The essays collected in this book analyze this complex resurgence of creation myths and formulate a contemporary critique of creativity.
With contributions by: Brigitta Kuster, Maurizio Lazzarato, Esther Leslie, Isabell Lorey, Angela McRobbie, Raimund Minichbauer, Monika Mokre, Stefan Nowotny, Marion von Osten, Gerald Raunig, Gene Ray, Suely Rolnik, Vassilis Tsianos, Paolo Virno, Ulf Wuggenig
MayFlyBooks, London l 216 S. l ISBN-10 1906948135, MayFlybooks
PDF-Download: http://mayflybooks.org

Inventionen 1.
Gemeinsam. Prekär. Potentia. Dis-/Konjunktion. Ereignis. Transversalität. Queere Assemblagen
Isabell Lorey /Roberto Nigro / Gerald Raunig (Hg.):
Der erste Band der Reihe Inventionen präsentiert aktuelle Positionen poststrukturalistischer Theorie und versucht eine Neu zusammensetzung ihrer Ströme. Deren Basis ist die Wieder aneignung zentraler Begriffe der zeitgenössischen politischen Philosophie wie Potenzialität, Ereignis, Transversalität oder Assemblage. In der Zusammensetzung dieser Begriffe und der mit ihnen verbundenen Theoreme soll ein erster Schritt getan werden, jenes neue Begriffsgefüge zu entwickeln, das über das Label des »Poststrukturalismus« hinausgeht.
diaphanes, Berlin/Zürich 2011 l 280 S. l ISBN 978-3-03734-153-7
diaphanes Verlag

Paolo Virno: Exodus
Hg. und aus dem Ital. von Klaus Neundlinger und Gerald Raunig
Exodus ist einer der zentralen Begriffe der politischen Theorie Paolo Virnos. Vor dem Hintergrund der Tradition des Postoperaismus entwickelte der italienische Philosoph in den letzten dreißig Jahren vielfache Bedeutungslinien aus und um diesen Begriff: zunächst die massenhafte Flucht aus der Fabrik in den 1970er Jahren, dann das massenhafte Abfallen vom Staat als Ausgangspunkt einer neuen Form von Demokratie, und schliesslich die sprachphilosophische Wendung zu einer Figur der Verlagerung, Verschiebung, Abweichung. Der Exodus eröffnet einen neuen Weg, der noch nicht auf den politischen Karten verzeichnet ist, um genau jene Grammatik zu verändern, die die Auswahl aller denkbaren Wahlmöglichkeiten bestimmt.
Turia + Kant (Reihe: Es kommt darauf an Bd. 9), Wien 2010 l 106 S. l ISBN 978-3-85132-602-4
Turia+Kant

Kunst der Kritik
Birgit Mennel / Stefan Nowotny / Gerald Raunig (Hg.)
Michel Foucault hat die Frage nach der Kunst der Kritik mit dem viel erörterten Diktum «die Kunst nicht so regiert zu werden» beantwortet - und damit zugleich eine bestimmte Perspektive auf die Verknüpfung von Kritik und Politik eröffnet. Ausgehend von einem solchen Verständnis von Kritik werden kritische Haltung und kritische Praxis in diesem Band einerseits von ihrem Verhältnis zur Regierung, zur «politischen Ordnung» und den sie stabilisierenden Kräften her gedacht, und zugleich andererseits von der Kunst des Nicht-so-regiert-Werdens, von einer Notwendigkeit, in der Kunst der Kritik die Potenziale des Politischen neu und anders zu aktualisieren.
Turia + Kant (Reihe: rePUBLICart Bd. 10), Wien 2010 l 252 S. l ISBN 978-3-85132-584-3
Turia+Kant

MAGISCHE AMBIVALENZ
Visualität und Identität im transkulturellen Raum
Christian Ritter / Gabriela Muri / Basil Rogger (Hg.)
Wie positionieren sich Jugendliche mit Migrationshintergrund in lebensweltlichen Zusammenhängen von Visualität, Jugendkultur und Web 2.0? Wie berücksichtigen und aktualisieren sie dabei ihre Herkünfte und Traditionen und entwickeln einen eigenen (ästhetischen) Sinn oder Eigensinn? Was bedeutet dies im Spannungsfeld von Elternhaus, Peer-Group und Berufsbildung?
Die Abschlusspublikation zum Forschungsprojekt «Migration Design» – Codes, Identitäten, Integrationen zeigt die Hintergründe und Wirkungsweisen visueller Formen der Selbstrepräsentation von Jugendlichen in einem multikulturellen Umfeld. In den vielstimmigen Text- und Bildbeiträgen ist das Zusammenspiel von visuellen Verfahren der Forschung und Vermittlung mit ethnographischen Arbeitsweisen von zentraler Bedeutung. Dabei geht es immer auch um die Frage, wie gewonnenes Wissen in den Kontext der Sozialen Arbeit oder in die Berufs- und Bildungswelt übertragen werden kann: Zum Beispiel durch die Vermittlung von Hintergrundwissen oder durch die Darstellung von Anwendungsbeispielen.
Mit Beiträgen von Prof. Dr. Gianni D'Amato, Prof. Dr. Jörg Huber, Anne Morgenstern, Dr. Gabriela Muri, Patricia Pazin, Prof. Dr. Anna Maria Riedi, Christian Ritter und Basil Rogger.
diaphanes, Berlin/Zürich 2010 l 288 S. l zahlreiche Abbildungen l ISBN 978-3-03734-139-1
diaphanes Verlag

Kommt herunter, reiht euch ein ...
Eine kleine Geschichte der Protestformen sozialer Bewegungen
Klaus Schönberger / Ove Sutter (Hg.)
Im Laufe der wechselvollen Geschichte der sozialen Bewegungen hat sich ein vielfältiges Repertoire an Protestformen herausgebildet, mit denen versucht wird, einzugreifen, zu verhindern oder zu behindern sowie gesellschaftliche Veränderung denkbar und möglich zu machen. Dazu gehören Straßendemonstrationen, Kundgebungen, Infostände, Happenings, Reclaim-the-Street-Partys, Pink & Silver, Rebel Clown Army, Streiks oder direkte Aktionen sowie Aktionen des zivilen Ungehorsams wie beispielsweise Boykott-Aktionen, Sitzblockaden oder Tortenwerfen. Um Protest nach außen zu vermitteln, werden Unterschriften gesammelt, Petitionen verfasst, Fahnen geschwenkt, Transparente gemalt, Plakate gelayoutet, Graffitis gesprüht, Flugblätter verteilt, Musik gespielt und Lieder gesungen oder auch einfach nur bestimmte Kleidungsstücke getragen.
Das AutorInnenteam um Klaus Schönberger und Ove Sutter beschreibt die wechselvollen Geschichten des Protests sozialer Bewegungen anhand dieser und anderer Aktionsformen sowie die damit verbundenen Kommunikations- und Handlungsmuster von 1848/49 bis heute. Erkenntnisleitend ist dabei die Frage nach dem Möglichkeitshorizont aktueller Protestformen.
Assoziation A, Berlin, Hamburg 2009 l 272 Seiten l ISBN 978-3-935936-71-2
Verlag Assoziation A

Art and Contemporary Critical Practice
Reinventing Institutional Critique
Gerald Raunig / Gene Ray (eds)
'Institutional critique' is best known through the critical practice that developed in the late 1960s and early 1970s by artists and activists who presented radical challenges to the museum and gallery system. Since then it has been pushed in new directions by new generations exploring this legacy and developing the models of institutional critique in ways that go well beyond the field of art. The contributors to the eipcp-project transform as well as to the book that assembles some of the most important theoretical contributions to the project interrogate the shifting relations between 'institutions' and 'critique' proposing new concepts as 'monster institutions', 'instituent practices' and 'institutions of exodus'.
With texts by: Boris Buden, Rosalyn Deutsche, Marcelo Expósito, Marina Garcés, Brian Holmes, Jens Kastner, Maurizio Lazzarato, Isabell Lorey, Nina Möntmann, Stefan Nowotny, Gerald Raunig, Gene Ray, Raúl Sánchez Cedillo, Simon Sheikh, Hito Steyerl, Universidad Nómada, Paolo Virno
London 2009 l 266 page l ISBN 978-1-906948-02-3
mayflybooks.org

BrandBody&Soul - gepflegt:krass
Richard Feurer, Jörg Huber und Matthias Michel (Hg.), in Zusammenarbeit mit Flavia Caviezel, Renate Menzi & Christian Ritter
Die Materialien für diese Publikation sind im Rahmen des Forschungsprojekts »Brands&Branding – Topologien zeitgenössischer Markenkultur« (2006/2007) am Institut für Theorie (ith) der ZHdK erarbeitet worden.Das transdisziplinär angelegte Projekt erkundet einerseits visuelle und rhetorische Strategien in der Kommunikation von »Lifestyle«-Marken, die auf die Selbstausstattung und Selbstauszeichnung von Konsumenten nicht nur hinsichtlich ihres sozialen Status, sondern auch ihrer Lebensentwürfe, Gruppenzugehörigkeiten, (sub)kulturellen Orientierungen usw. abzielen. Andererseits untersucht es Techniken und Verhaltensmuster, anhand derer Konsumenten diese Marken adaptieren, wie dabei Selbstbilder und Identitäten konstruiert, ausgestaltet und im öffentlichen Raum zur Darstellung gebracht werden.
Gestalten Verlag, Berlin 2008 l 496 Seiten, vollfarbig, deutsch/englisch l ISBN 978-3-89955-227-0
Gestalten Verlag

Arbeit und Nicht-Arbeit. Entgrenzungen und Begrenzungen von Lebensbereichen und Praxen
Gerrit Herlyn, Johannes Müske, Klaus Schönberger, Ove Sutter (Hg.):
Mit dem Begriff der Entgrenzung lassen sich aktuelle Phänomene des Wandels von Arbeit und Arbeitskulturen fassen. <Lange bestehende Standards von Arbeitsverträgen, Arbeitszeiten oder Arbeitsplätzen und -orten befinden sich in Auflösung oder werden ausgeweitet. Abgrenzungen von Arbeit und Arbeitslosigkeit, Familien- und Reproduktionsarbeit, von klassischer Lohnarbeit und Bürgerarbeit sowie gesellschaftlichem Engagement verlieren zunehmend an Schärfe. Die Grenzen der Bedeutung und des Verständnisses von Arbeit und Nicht-Arbeit werden gegenwärtig neu verhandelt. Die Autorinnen und Autoren untersuchen in empirischen Fallstudien die alltagskulturelle Dimension der mit dieser Entwicklung verknüpften gesellschaftlichen Handlungsprozesse.
Mit diesem Band wird die von der Kommission Schriftenreihe „Arbeit und Alltag. Beiträge zur ethnografischen Arbeitskulturenforschung" in der dgv eröffnet. In ihr sollen künftig Studien wie Qualifikationsarbeiten zur volkskundlich-kulturwissenschaftlich und ethnographisch ausgerichteten
Arbeitskulturen-Forschung dokumentiert werden.
Hampp, München/Mering 2009 l 366 S. l ISBN: 978-3-86618-308-7
Kulturwissenschaftliche Technikforschung

Tausend Maschinen
Gerald Raunig
In seiner »kleinen Philosophie der Maschine« unternimmt Gerald Raunig eine differenzierende Würdigung und Weiterentwicklung des Begriffs der Maschine, wie er von den französischen Philosophen Félix Guattari und Gilles Deleuze vorgeschlagen wird: die Maschine nicht mehr als technische Anlage, sondern als soziale Zusammensetzung und Verkettung. Als Gefüge von technischen, körperlichen, intellektuellen und sozialen Komponenten unterwandert dieser Maschinenbegriff die Oppositionen von Mensch und Maschine, Organismus und Mechanismus.
Über die Untersuchung einer Vielzahl von filmischen, literarischen und performativen Mikropolitiken gelangt Gerald Raunig zur Maschine als sozialer Bewegung, konkret zur Euromayday-Bewegung, die seit 2001 eine transnationale, aktivistische und diskursive Praxis zur zunehmenden Prekarisierung von Arbeit und Leben entwickelt.
Turia+Kant, Wien 2008 l 125 S. l ISBN 978-3-85132-516-4
Turia+Kant
eipcp.net/publications/maschinen
Englische Ausgabe: Gerald Raunig: A Thousand Machines. A Concise Philosophy of the Machine as Social Movement, Semiotext(e)/MIT Press, Los Angeles / New York 2010
MIT Press
Spanische Ausgabe: Gerald Raunig: Mil máquinas. Breve filosofía de las máquinas como movimiento social, traficantes de sueños, Madrid 2008
traficantes de sueños (Website Verlag und PDF-Download)

Kunst und Revolution.
Künstlerischer Aktivismus im langen 20. Jahrhundert
Gerald Raunig
In einer historischen Aufarbeitung, die bis zur Gegenwart reicht, entwickelt der Autor mit Hilfe der Deleuzeschen Werkzeugkiste eine Theorie des Zusammenspiels von künstlerischen und revolutionären Bewegungen.
Auf Basis einer poststrukturalistischen Revolutionstheorie liefert Gerald Raunig reiches Material für die Analyse verschiedenartiger Austauschverhältnisse von Kunst und Revolution. Gustave Courbets Engagement in der Pariser Commune, deutsche Aktivismen der 1910er Jahre, postrevolutionäre sowjetische Kunst um Eisenstein und Tretjakov, die Situationistische Internationale im Pariser Mai 1968, das Aufeinanderprallen der Wiener Aktionisten und der StudentInnenbewegung in der Aktion »Kunst und Revolution« und nicht zuletzt die Theaterphänomene der 1990er Jahre wie die VolxTheaterKarawane, die sich mit der Antiglobalisierungsbewegung verbunden hat: Diese exemplarischen Untersuchungen spannen einen Bogen unterschiedlicher Formen der Verkettung von revolutionären Maschinen und Kunstmaschinen im »langen 20. Jahrhundert«.
Turia+Kant, Wien 2005 l 261 S. l ISBN 978-3-85132-425-9
Turia+Kant
Serbische Ausgabe: Gerald Raunig: Umetnost in revolucija. Umetnički aktivizam tokom dugog XX veka, New Media Center_kuda.org, Novi Sad, 2006
kuda.org
Englische Ausgabe: Gerald Raunig: Art and Revolution. Transversal Activism in the Long Twentieth Century, Semiotext(e)/MIT Press, Los Angeles / New York 2007
MIT Press
Slowenische Ausgabe: Gerald Raunig: Umetnost in revolucija. Umetniški aktivizem v dolgem 20. stoletju, Maska, Ljubljana 2011
Maska

Kritik der Kreativität
Gerald Raunig / Ulf Wuggenig (Hg.)
Die Bedeutungen des Begriffs »Kreativität« entstehen im zeitlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang. Die »Creative Industries« stehen z.B. für die vorerst letzte Einbindung des Begriffs in das kapitalistische Wirtschaftssystem. Aber auch im künstlerischen Bereich entstehen stets neue Anforderung an »Kreativität«: In der Tradition der Genieästhetik diente der Begriff der Abgrenzung der wahrhaft »schöpferischen« Akteure, die in der Lage sind, Innovationen zu generieren und durchzusetzen. In den gegenwärtigen Zusammenhängen sind hingegen Populismen am Werk, in denen die einst revolutionären kulturpolitischen Forderungen nach einer »Kultur von allen« oder das Beuys'sche Diktum »Jeder Mensch ein Künstler« in eine Logik des totalen kreativen Imperativs pervertiert werden. Dem gegenüber greift nicht nur Kirche auf einen neuen Kreationismus im Gewand des intelligent design zurück, sondern auch im im Feld der globalisierungskritischen Bewegung werden die Kritik und neue Formen von Kreativität entwickelt. Dieser Band bietet vor allem eine Problematisierung des Begriffs und untersucht den institutionellen und politischen Umgang mit diesem.
Mit Beiträgen von: Beatrice von Bismarck, Luc Boltanski, Eve Chiapello, Brigitta Kuster, Maurizio Lazzarato, Esther Leslie, Isabell Lorey, Angela McRobbie, Pierre-Michel Menger, Monika Mokre, Yann Moulier Boutang, Klaus Neundlinger, Stefan Nowotny, Marion von Osten, Dimitris Papadopoulos, Gerald Raunig, Suely Rolnik, Peter Scheiffele, Vassilis Tsianos, Paolo Virno, Ulf Wuggenig.
Turia+Kant, Wien 2007 l 251 S. lSBN 978-3-85132-459-4
Turia+Kant

Va Banque!
Bankraub. Theorie. Praxis. Geschichte.
Klaus Schönberger (Hg.)
Dieses Buch unternimmt volkskundliche, kriminologische, historische, literaturwissenschaftliche und soziologische Ausflüge in die vielschichtige und faszinierende Welt des Bankraubs. Der Sammelband sucht nach Antworten auf Fragen wie: Wer sind die Bankräuber in Vergangenheit und Gegenwart? Es werden politisch motivierte Banküberfälle ebenso vorgestellt, wie ein Blick auf verzweifelte Einzeltäter geworfen, die versuchen ihre Probleme durch den Coup ihres Lebens mit einem Schlag zu lösen. Beiträge zur Trachtenkunde des Bankraubs (`Pret a voler`) gehören ebenso dazu, wie ästhetische Überlegungen und materialistische Analysen zur Architektur des Bankgebäudes oder der Beschaffenheit von Fluchtfahrzeugen. Exakte Kenntnisse über die Entwicklung des Tresorwesens und der Sicherungsvorkehrungen vervollständigen das Wissen über den Bankraub. Es werden regionale Traditionen (Osteuropa, Italien, Uruguay etc.) untersucht und ein Blick auf die Massenmedien fehlt ebenfalls nicht, die Bankräuber zu Popstars erküren und die erwischten Verlierer fallen lassen. Die Populärkultur (Film, Kriminalroman etc.) haben sich des Themas ebenso angenommen.
Libertäre Assoziation, Berlin/Hamburg 2000 l 280 S. l ISBN-10 3922611834
Va Banque!
Italienische Ausgabe: Klaus, Schönberger (Hg.): La rapina in banca. Storia. Teoria. Pratica, Derive Approdi, Roma 2003
