ZDOK.14              15. / 16. Mai 2014

Die gefilmten Interaktionen zwischen den Menschen hinter und
vor der Kamera sind für viele Dokumentarfilmschaffende das Kerngeschäft: Mit ihnen bauen sie Erzählungen, erarbeiten Konflikte und erreichen emotionale Tiefe. 

Interview-Situationen in THE KILL TEAM

Der amerikanische Filmemacher Dan Krauss wird in seiner Präsentation detailliert auf die Arbeitsweise bei seinem international erfolgreichen Film eingehen. Er wird aufzeigen, wie er Interview-Situationen vorbereitet, wie er Nähe und emotionale Tiefe bei seinen Protagonisten erreicht und zu seinem visuellen Stil findet.   [ mehr ]

OPTICHESKAYA OS: Das interaktive Prinzip

Die russische Altmeisterin im Fach Dokumentarfilm, Marina Razbezhkina, wird ihr behutsames filmisches Vorgehen erläutern, das auf Intervention beruht. Die zahlreichen Protagonisten in ihrem Film animiert sie damit zu Vergleichen mit früheren Zeiten, zum Philosophieren über die russische Gesellschaft und zum Betrachten ihrer eigenen Lebenssituation. [ mehr ]

Verdichtung und Abstraktion: VATERS GARTEN

Am 4. April 2014 ist der eigensinnige Schweizer Filmemacher Peter Liechti nach langer Krankheit gestorben. An der Tagung ZDOK.14 hätte er den Prozess der künstlerischen Verlagerung der Interviews mit seinen Eltern hin zu den verdichteten Dialogen der Hasenfiguren in seinem Film VATERS GARTEN aufzeigen wollen. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema soll dennoch stattfinden. An seiner Stelle wird Tania Stöcklin, Liechtis langjährige Cutterin, im Gespräch mit Christian Iseli über ihre gemeinsame Arbeit an VATERS GARTEN berichten.

Interview und Interaktion werden an der Tagung ZDOK.14 auch aus der Perspektive der Filmwissenschaft beleuchtet. Zwei Forschende setzen sich in ihren Referaten mit dem sprechenden Subjekt im Dokumentarfilm auseinander. Sie ergänzen und vertiefen die Beiträge der Filmschaffenden.

Der ‹Money Shot› im Dokumentarfilm

Patrik Sjöberg, Dozent für Filmwissenschaft an der schwedischen Karlstad Universität beschäftigt sich mit emotionalen Interviewsituationen, in denen Protagonisten in Tränen ausbrechen. Er beschreibt die grosse Bedeutung solcher Momente, die höchst authentisch wirken, da sie nicht oder kaum vorgetäuscht werden können. Der Forscher sieht eine Parallele im «Money Shot» der Pornofilme, in denen die Ejakulationen der Darsteller aufgrund der untrüglichen Echtheit ebenso hohe Priorität erhalten. [ mehr ]

Interviews in Animationsfilmen

Bella Honess Roe, Dozentin an der University of Surrey in England, setzt sich mit Interviews in Ani-Doks auseinander, die ursprünglich auf filmischer Aufzeichnung beruhen. Während die animierten Interviewsituationen auf der Bildebene durch die zeichnerische Verfremdung eine erhöhte Expressivität erhalten, sorgt der Originalton der im Film ent-körperten Protagonisten gleichwohl für hohe Authentizität. [ mehr ]

Sprache und Übersetzung

Drei Gäste von ZDOK.14 werden ihrer Präsentationen in Englisch halten: Patrik Sjöberg, Dan Krauss und Bella Honess Roe. Auch die Diskussion mit ihnen wird auf Englisch geführt. Die Aussprache und das Vokabular ihrer Beiträge werden bewusst so gestaltet, dass sie mit durchschnittlichen Englischkenntnissen gut verstanden werden können.
Das Referat von Marina Razbeshkina wird simultan vom Russischen ins Deutsche übersetzt. Das Schlusspodium wird voraussichtlich auf Englisch geführt.

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